Moila streichen Burschen auf

Alle Hände voll zu tun hatten die Kirwa-Moila, um die Burschen aufzufangen. Die Rosswampenkirwa in Woppenrieth hat heuer neue Rekorde aufgestellt. Tracht und Volkstänze erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bild: es

"Wer hot Kirwa?", hallte es laut durchs Pfreimdtal. Die Antwort darauf lieferten 14 Kirwapaare.

Sie waren es, die am Samstagnachmittag auf dem Dorfplatz einen 21 Meter langen Baum mit zwei Kränzen und einer wunderschönen Baumkrone, dekoriert mit weiß-blauen Schleifen, aufgestellt hatten. Der erste Abend der Rosswampenkirwa im Gasthaus Bauer ließ dann beim Feiern mit den Geschwistern Baier aus Wittschau keine Wünsche offen.

Einige kamen erst sehr spät ins Bett, doch beim Sonntagsgottesdienst um 8.30 Uhr in der St. Emmeramskirche nahmen alle 14 Paare in den vordersten Bänken Platz. Danach hatten sich bei einem Bilderbuchwetter bereits viele Zuschauer - neuer Besucherrekord -auf dem Dorfplatz versammelt, um aus nächster Nähe die Volkstänze der Paare zu verfolgen. Zu den musikalischen Klängen der Geschwister Baier und dem Beifall der Versammelten zogen die Gladiatoren von der Kirche auf die Bühne.

Bier zur Stärkung

Die Tänzer nahmen noch schnell ein kräftiger Schluck Bier aus dem mitgeführten Krug, um dann gleich loszulegen. "Die haben ja in diesem Jahr viele neue Volkstänze in ihrem Repertoire", stellten einige fest. Keine Frage, dass die Paare dafür im Vorfeld viel Zeit zum Üben brauchten. Das hatte sich aber gelohnt. Immer wieder brauste Beifall, der gleichzeitig anspornte, auf.

Einen besondern Reiz hat an diesem Vormittag immer das Aussingen. Drei Kirwa-Moila strichen ihren Kirwa-Burschen so manches auf. Überraschungen waren genug darunter. "Wir ham viel g'wusst, hätt'n aber nu viel mehr, aber tanzen men man a nu, sunst was koi Kirwa", beließen es die Moila dabei. Die Retourkutsche kam prompt von einem Kirwa-Burschen, der den Moilan für das nächste Jahr einiges androhte. Die nahmen es aber gelassen.

Watschnplattler und Bankerltanz war dann doch eher etwas für die Burschen. Einer von ihnen dankte den Spendern der neuen Bänke: Georg Stahl, der auch das Holz dafür spendete, Karl Bodensteiner, Bürgermeister Anton Kappl aus Leuchtenberg sowie Michael Ring aus Etzgersrieth, der diese angefertigt hatte. Da wurde der große Zusammenhalt, der das Pfreimdtal auszeichnet, deutlich.

Musikalischer Frühschoppen

"Im Umkreis sind diese Kirwapaare spitze", brachte es ein Tännesberger auf den Punkt. Die Kinder, wie die meisten Jugendlichen in Tracht, wollten dann von den ausgeworfenen Zuckerln der Kirwa-Moilan möglichst viele einheimsen. Beim musikalischen Frühschoppen im Dorfwirtshaus war längst nicht für alle Platz. Johann Schmucker aus Engelshof auf dem Akkordeon und ein Gitarrenspieler ließen beim Dorfwirt am Abend die Kirwa ausklingen.
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