"Monobo Son" machen dem Publikum am Schafferhof bei gefühlten 50 Grad ordentlich Dampf
Gehüpft, getanzt und geschwitzt

Manuel Winbeck (Mitte) spielt sonst die Posaune bei La Brass Banda - bei Monobo Son agiert er als hyperaktiver Frontmann. Bild: otj

Die Oberpfalz liebt "Monobo Son". Und wie es aussieht, ist es keine einseitige Liebe. Nach einem fulminanten Auftritt im Weidener JuZ vor ein paar Monaten, bringt die Band am Freitag den Boden der Tenne im Schafferhof nah an seine Eigenfrequenz.

"Bitte niad hüpf'n! Die ham' g'sagt: alles - nur net hüpf'n", mahnt Manuel Winbeck. Das hat allerdings ähnlich viel Effekt, wie die Aufforderung an keinen blauen Elefanten zu denken. Natürlich wird gehüpft, getanzt und vor allem geschwitzt - auf und vor der Bühne.

Hervorragende Musiker

"Monobo Son" ist das Zweitprojekt von "La Brass Banda"-Posaunist Manuel Winbeck, aber keine One-Man-Show. Da stehen hervorragende Musiker auf der Bühne. Allen voran Senior Wolfi Schlick, stets im Zweireiher. Er ist eine feste Größe der Münchener Musikszene und der lässigste Querflötist seit Heinz Strunk.

Das Rezept für die Sympathien ist natürlich nicht neu, aber um so leckerer: Blasmusik gemixt mit Jazz, Hiphop und Funk. Im Vergleich zu den Festival-bewährten Jungs von "La Brass Banda" kommen die fünf Herren allerdings eher daher wie ein erfrischend leichtes Sommergericht. Dazu wird Mate-Limo gereicht - fresh. Auch die Texte sind keine hochtrabenden, weltverbessernden Politmanifeste. Es geht um Frauen ("I trau mi' ned"), Sehnsucht ("Angela - schmeiß doch alles hi', und geh' mit mir nach Kanada") und Fernweh ("König von da Straß, de ganze Welt is' mei' Palast").

So ist eben alles eine Nummer kleiner und charmanter. Nicht nur die Clubs, die "Monobo Son" bespielen, auch ihre unaufgeregte "No-Popstar-Haltung". Es geht nicht um "wir da oben - ihr da unten". Alles was an diesem Abend zählt ist das "kleine Ganze". Und dazu gehört bei "Monobo Son" immer auch das Publikum, mit dem ein hyperaktiver Winbeck vom ersten Song an auf Tuchfühlung geht. Das Ergebnis: Vor der Bühne fröhliche Menschen. Auf der Bühne fröhliche Menschen. Der Funke springt über und der Saal kocht - nicht nur wegen der gefühlten 50 Grad.

Nochmal von vorn

Irgendwann ist dann die Setlist durch. Weder Band noch Publikum haben allerdings Lust, aufzuhören. Nach einer "Doors"-Anleihe wird dann kurzer Hand nochmal von vorne angefangen - ist egal. Hauptsache: Weitermachen. Und wiederkommen.
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