Morsche Balken, alter Mörtel

Als einzig romanisches Gotteshaus, dessen Grundriss nie verändert wurde, hat die St. Ulrich-Kirche in Wilchenreuth ein Alleinstellungsmerkmal. Innen ist sie ein Schmuckkästchen, aber außen muss es auch erhalten bleiben. Pfarrer Ulrich Gruber (Zweiter von links) und Bürgermeisterin Marianne Rauh (Zweite von rechts) haben in Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl (rechts) und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (links) Unterstützer. Bild: fz

Die evangelische St.-Ulrich-Kirche in Wilchenreuth (Gemeinde Theisseil) ist die einzige in der Oberpfalz in rein romanischem Stil. Ein Kleinod aus dem 12. Jahrhundert, das der Sanierung bedarf. Die kann die Kirchengemeinde nicht schultern. Der Bezirk Oberpfalz lässt die Wilchenreuther allerdings nicht im Regen stehen.

Über die evangelische St.-Ulrich-Kirche kann man im Standardwerk "Kunstdenkmäler von Bayern" nachlesen, dass dieses Bauwerk ein Kirchendenkmal ist, wie es in der Oberpfalz kein anderes gibt. Welch schönes Gotteshaus sich hier offenbart, wird beim Betreten bewusst.

"Von großer Bedeutung"

80 000 Euro investierte die nur 150 Seelen umfassende evangelische Kirchengemeinde für die Innenrenovierung. Nun schließt sich die Außenrenovierung an. Wegen der hohen Kosten lud die Theisseiler Bürgermeisterin Marianne Rauh zum Ortstermin ein. Es kamen der Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (Weiden), Bezirksrat Toni Dutz (Wiesau) sowie Pfarrer Ulrich Gruber aus Neustadt, der die Wildenreuther Gemeinde betreut. Die Bürgermeisterin betonte, dass das Gotteshaus für die relativ kleine Kirchengemeinde für alle Ortsteile der politischen Gemeinde von großer Bedeutung sei.

Wo das Problem liegt, führten Pfarrer Gruber und die Architektin Carola Girisch aus Weiden vor Augen. "Wir wollten nur das Dach decken", sagte Gruber. Da habe Girisch geraten, wenn schon ein Gerüst steht, doch auch mal für außen etwas zu tun. Dann sei die Überraschung gekommen. Die Auflagebalken der Deckenkonstruktion waren morsch. Diese mussten stückweise ersetzt werden. Weiter besteht das Bauwerk aus einer Innen- und Außenschale, außen mit Granit-Quadersteinen. Der Zwischenraum ist verfüllt, und der über 800 Jahre alte Mörtel rieselt überall heraus. 120 000 Euro hatte man als Höchstgrenze veranschlagt und bei der Landeskirche in Bayern eingereicht. Die Förderzusage von 60 000 Euro kam auch, berichtet Pfarrer Gruber.

Höhere Förderung

Doch nun steigen die Kosten wegen der Mängel auf 150 000 Euro. Selbst wenn die Landeskirche den Zuschuss erhöht, kann die Kirchengemeinde den Anstieg nicht mehr schultern. Bezirkstagsvizepräsident Höher fragte den Bezirksheimatpfleger Dr. Appl: "Wie schaut es aus, können wir helfen?" Die Antwort war ein klares "Ja". Appl erklärte, dass die übliche Förderung bei fünf Prozent liege. Die Bedeutung des Denkmals könne aber durchaus nach genauer Prüfung bis zu acht Prozent bringen. Appl forderte auf, heuer noch einen Antrag zu stellen, um 2016 in die Förderung zu kommen.
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