Motorrad-WM: Stefan Bradl fährt auch 2016 eine Werks-Aprilia in der Königsklasse MotoGP
Ende der Zukunftsängste

Stefan Bradl in der Diskussion mit seinen neuen Technikern von Aprilia. Als Lohn für seine bisherigen tadellosen Auftritte stattete das Team aus Italien den Zahlinger mit einem Werksvertrag für 2016 aus. Bild: dpa
Stefan Bradl kommt derzeit aus dem Feiern nicht heraus. Nachdem sich der beste deutsche Motorrad-WM-Pilot am vergangenen Wochenende einen Ausflug auf das Münchner Oktoberfest gönnte und dies "cool" fand, durfte er sich am Dienstag noch einmal so richtig freuen. Auch in der kommenden Saison fährt der Zahlinger in der MotoGP-Klasse eine Aprilia. Sowohl das Traditionswerk aus Italien als auch der Teameigner Fausto Gresini waren von Bradls Auftritten seit August derart angetan, dass sie ihm nun einen Werksvertrag anboten. Am Wochenende kann der 25-Jährige beim Grand Prix von Aragon nun ohne Zukunftsängste wieder Rennen fahren.

"Ich bin vom Aprilia-Werksteam gleich beim ersten Rennen in Indianapolis mit offenen Armen empfangen worden. Ich kann kaum beschreiben, wie professionell jedes einzelne Teammitglied ans Werk geht. Ich kann ohne Übertreibung behaupten: Aprilia ist das beste Team, für das ich seit Beginn meiner WM-Laufbahn gefahren bin", lobte Bradl seinen Arbeitgeber in den höchsten Tönen.

Dieser gab das Kompliment postwendend zurück. "Stefan hat bereits einen wertvollen Entwicklungsbeitrag für Aprilia Racing geleistet. Die Arbeit, die Stefan im Moment für uns macht, ist wichtig. Und sie wird 2016 noch wichtiger sein, wenn wir ein völlig neues Motorrad zu entwickeln haben", betonte Gresini.

"Die Art und Weise, wie er den Motorrad-Wechsel mitten in der Saison bewältigt hat, war eine angenehme Überraschung für uns", meinte Aprilia-Racing-Manager Romano Albesiano. "Gleich vom Start weg in Indianapolis haben wir mit ihm einen methodischen, schnellen Fahrer kennengelernt, der extrem präzise technische Aussagen macht und deshalb besonders geeignet ist für die Rolle als rennfahrender Tester. Das ist genau das, was wir in unserer Debüt-Saison brauchen."

Mit dem Werksvertrag geht für Bradl eine Katastrophensaison positiv zu Ende. Nachdem sein Kontrakt nach drei Jahren bei LCR-Honda nicht verlängert worden war, heuerte er beim drittklassigen Yamaha-Forward-Team an. Dort wurde er nicht glücklich, zumal technische Probleme immer wieder seinen Ehrgeiz bremsten. Als dann auch noch der Teambesitzer wegen Steuerdelikten verhaftet und die Zukunft des Teams immer unsicherer wurde, kündigte Bradl seinen Vertrag.

Und er hatte Glück im Unglück: Aprilia war gerade zu der Zeit auf der Suche nach einem Ersatz für den indisponierten Marco Melandri und fand ihn im bayrischen Schwaben, der fortan auch ohne große Eingewöhnungszeit selbst seinem Teamkollegen Alvaro Bautista ein ums andere Mal das Heck der Aprilia zeigte.

Im Entwicklungsstadium

"Ich weiß, dass Aprilia hohe Erwartungen an mich hat. Und ich bin zuversichtlich, dass wir alle Bausteine haben werden, um 2016 konstant um Top-Ten-Plätze fighten zu können. Das muss unser Ziel sein", betonte Bradl. Aprilia fährt erst seit dieser Saison wieder in der MotoGP-Klasse und befindet sich nach wie vor im Entwicklungsstadium.
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