Mourinho wittert Verschwörung

José Mourinho in Rage: Der Trainer von Premier-League-Spitzenreiter FC Chelsea wittert wieder einmal eine Verschwörung. Bild: dpa

In der englischen Premier League kann Spitzenreiter FC Chelsea den Vorsprung vor Verfolger ManCity am Samstag mit einem Sieg im direkten Duell auf acht Punkte ausbauen. Doch die Blues haben Sorgen. Trainer José Mourinho wittert eine Verschwörung.

José Mourinho ist mal wieder auf dem Kriegspfad. Vor dem Schlagerspiel der Premier League zwischen Spitzenreiter FC Chelsea und Verfolger Manchester City am Samstag wittert der Blues-Coach einmal mehr eine Verschwörung. Nachdem der englische Fußball-Verband (FA) wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit Chelsea-Stürmer Diego Costa für drei Spiele sperrte und den Coach selbst zuvor wegen "unangemessenen Äußerungen" zu einer Geldstrafe in Höhe von 25 000 Pfund verurteilt hatte, ist für Mourinho klar: Der Rest der Welt ist gegen uns.

Chelsea gegen ManCity

Kurzerhand sagte der Star-Coach daher seine für Freitag eigentlich verbindliche Pressekonferenz ab. Auch das wird wieder Ärger mit der FA geben. Doch auf dem Weg zur Meisterschaft ist Mourinho beinahe jedes Mittel recht. Mit einem Sieg gegen den Meister aus Manchester würden die Blues ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf acht Punkte ausbauen. Im Titelrennen wäre das zu diesem Zeitpunkt eine Vorentscheidung. "Auch wenn ich mich mit dem Begriff schwer tue, kann es sich ManCity nicht erlauben zu verlieren. Sollte das passieren, sehe ich für sie keinen Weg zurück mehr", sagt der frühere City-Profi Dietmar Hamann.

Die Ausgangssituation der West-Londoner ist vor dem Duell nicht perfekt. Chelsea unterlag am vergangenen Wochenende im FA-Cup an der Stamford Bridge einem Drittligisten. Am Dienstag mussten die Blues im Liga-Pokal-Halbfinale gegen den FC Liverpool in die Verlängerung. Torjäger Costa (17 Treffer) steht nach der Sperre wegen eines Tritts gegen Liverpool-Profi Emre Can im Top-Spiel nicht zur Verfügung. Cesc Fabregas laboriert an einer Verletzung und könnte ebenfalls ausfallen. "Chelsea spielt grundsätzlich gerne auf Konter. Sie werden abwarten und ManCity das Spiel machen lassen. Chelsea wäre mit einem Punkt nicht unzufrieden und wird daher kein Risiko eingehen", vermutet Hamann.

Auch für die Citizens lief zuletzt nichts nach Plan. Seit sich Mittelfeldspieler Yaya Touré zum Afrika-Cup verabschiedet hat, wartet der Club auf einen Sieg. Zuletzt gab es gegen Arsenal eine 0:2-Heimpleite in der Liga. Im FA-Cup blamierte sich der Favorit gegen Außenseiter Middlesbrough und schied aus. "Wir müssen das Spiel gewinnen, um die Lücke auf Chelsea zu schließen", fordert Trainer Manuel Pellegrini. Für ihn geht es auch um seinen Arbeitsplatz. Im Februar trifft ManCity in der Champions-League auf den FC Barcelona. Ein K.o. und ein erneuter Rückschlag im Meisterrennen könnten dem Chilenen den Job kosten.

Trotz aller aktueller Brandherde steht die Partie am Samstag aber auch im Zeichen der Rückkehr von Frank Lampard an seine alte Wirkungsstätte. Der Mittelfeldspieler hatte vor seinem Wechsel nach Manchester 13 Jahre lang für die Blues gespielt, mit 211 Treffern ist er deren Rekordschütze. Mit dem Club gewann er unter anderem die Champions-League, die Europa-League und drei Mal die Meisterschaft.
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