Mundart ermöglichen Zugang zur Leidensgeschichte
Worte, die das Herz berühren

Ernestine Niederalt (Dritte von links) brachte den Zuhörern zusammen mit den Niedermuracher Sängern und den Geschwistern Steindl die Leidensgeschichte Christi in Mundart näher. Bild: hfz
"Auf einmal is es ganz finster g'worn, a Sturm geht übers Land, im Tempel reißt der Vorhang entzwei. Um die neunte Stund hat alles a End." Mucksmäuschenstill ist es, als Ernestine Niederalt diese Worte aus der Leidensgeschichte spricht.

Zu einer Atempause in der vorösterlichen Zeit hatte der Oberpfälzer Volksliedkreis Schwandorf die Zuhörer auf den Leidensweg Christi in die Pfarrkirche Sankt Vitus nach Tiefenbach eingeladen. Das Leiden und Sterben Jesus Christi trug Ernestine Niederalt in heimischer Mundart und Versform vor, die passenden Lieder sangen die Niedermuracher Sänger und die Geschwister Steindl.

"Die Lieder, die Musik und die Worte zum Leiden Christi sollen unser Herz berühren, damit wir umkehren zum Kreuz und durch dieses unser Heil und somit Frieden finden", so der Vorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises Leonhard Bayerl. Mit einem Musikstück eröffnete das Klarinettentrio Kistler/Altmann das Passionssingen. Besinnliche Stimmung herrschte in der Pfarrkirche, als die Geschwister Steindl (Maria Schneider und Ernestine Niederalt) und die Niedermuracher Sänger das Karwochenlied sangen. Begleitet wurden die Sänger von Reinhard Lößl. Zwischen den Liedern und Instrumentalstücken las Ernestine Niederalt aus der Leidensgeschichte vor, von den Ereignissen beim Abendmahl, der Nachtwache am Ölberg und dem Verrat durch Judas. Gefühlvoll und getragen interpretierten die Sänger und Instrumentalisten Lieder wie "Maria wollte gehen", "Wo ist Jesus mein Verlangen", "Für mich nahmst du das Kreuz auf dich" oder "Schönster Jesu meine Augen".

Die Leidensgeschichte in Mundart ermöglichte den Kirchenbesuchern ein ganz neues Erleben dieses Kapitels. Zum Schluss sang man gemeinsam das Lied "O Haupt voll Blut und Wunden". Nach einer guten Stunde der gesungenen und gesprochenen Leidensgeschichte bedankte sich das Publikum mit minutenlangem Applaus für die eindrucksvollen Darbietungen der Interessen.

Auch Pfarrer Albert Hölzl lobte diese Stunde der Besinnung. Bei der Passion in Mundart und Versform höre und erlebe man das Leiden und Sterben Jesu Christi auf neue Weise. Am Kirchenportal hatten die Besucher die Möglichkeit, sich mit einer freiwilligen Spende dafür erkenntlich zu zeigen. Der Erlös aus dem Passionssingen soll für das "Haus des Kindes Sankt Josef" in Tiefenbach verwendet werden.
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