Mundwerk-Crew begeistert Publikum mit bayerischem Sprechgesang am Schafferhof - Funk, Rock, ...
Philosophisch, lustig, nachdenklich

Die Mundwerk-Crew heizte dem Publikum am Schafferhof mit ihrem Sprechgesang ein. Bild: gag
Sie lieben es, aus Bayern zu sein, und bekennen das auch: "I bin a Weiß-Blauer" ist einer ihrer Hits auf der aktuellen CD, der gemeinsam mit Stefan Dettl entstand. Ungewöhnlich, sehr hörenswert und in keine Kategorie wirklich einzuordnen ist die Mundwerk-Crew aus der Gegend um Traunstein.

Bunter Musik-Mix

Die beiden Sänger Sebaino und Touze (Sebastian Riepp und Tobias Klauser) mit DJ Mop und ihrer Band brachten smart, locker und originell Hip Hop auf Deutsch, Texte voller Inhalt und Gedanken, einen Mix aus Funk, Rock, Soul und Reggae. Sie hatten "extrem Bock drauf", und das spürte auch das Publikum. Es dauerte nicht lange, bis der Großteil mittanzte und "bouncte". Vom ersten Ton an legten die acht Musiker los, sprühten gute Laune aus ihren Texten und ihren Bewegungen.

Die Texte der Hip-Hopper sprachen ein breites Publikum an, und es waren nicht nur Jugendliche gekommen, sondern viele Ü-30er. "Kleine gelbe Zettel" erinnerten auch unsereins an all das Alltägliche, das man sich merken will. "Mein Kopf ist ein riesengroßes Loch" rappte Sebaino. Er müsse so viel erledigen, "ich muss endlich mit meinem Bruder telefonieren und die Stelle in meinem Zimmer reparieren, brauch Gewürze, Zucker und Shampoo". Dem stimmte Touze zu: "Oh ja, ich brauch 'ne Flagge für 'n Videodreh, und die DVD muss zurück in die Videothek." Selbstkritisches war zu hören, wie "Revolution Ich" mit Appell an mehr Gewissenhaftigkeit, ebenso wie "Rad der Zeit" mit viel Philosophie: "Ist doch wesentlich besser die Zeit zu nutzen, die Suppe zu verfeinern statt reinzuspucken." Man könne "Chancen am Schopf packen statt drauf zu scheißen" forderte Sebaino seinen Partner Touze heraus, der als Antwort folgerte "Gott schuf zwar die Zeit, doch von Eile hat er nichts gesagt".

Sie bestachen mit Tiefgründigkeit und kreativer Poesie, rissen mit, überraschten. Auch die Top-Musiker, die den Sound kreierten. Allen voran die zwei "Gastspieler aus Österreich" wie Sebaino sie verschmitzt vorstellte: "Ude" Gerhard an zwei Keyboards, mit denen er förmlich zu verschmelzen schien, und Fabi an der Gitarre, dessen rockiges Solo mit Begeisterungspfiffen belohnt wurde. Percussion und Trompete bediente Tom abwechselnd und leidenschaftlich, und Christian an den Drums zeigte ebenfalls, dass er in der Oberliga spielt. Auch was DJ Mop an den Turntables scratchte, war hörenswert.

Situations-Komik

Spontane Sätze aus der aktuellen Situation ergänzten die Sprechgesänge, wie "Ihr trinkt Zoiglbier, ich trink nur Tee", weil Sebaino mit Erkältung auftrat. "Der Sommer ist da" hängten die Wortakrobaten an, mit guter Laune zum Ende. Es reimte sich "Sommermärchen" auf "Promipärchen", und die "Partyqueen" war süß "wie Marzipanpralinen" und die "Most Wanted" auf ihrem Steckbrief.
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