Musik schafft innere Ruhe

Einen Hörgenuss erlebten die knapp 100 Zuhörer am Sonntag in der Pfarrkirche St. Johannes Baptista beim Kirchenkonzert. Yvonne Schnappauf, Sophia Scherm (von links, stehend), Willibald Wirth, Reinhold Maß und Victoria Streng musizierten unter der Leitung von Andreas Kunz. Bild: le

Einen musikalischen Ohrenschmaus aus Opern, Kantaten und Kirchenliedern erlebten knapp 100 Zuhörer in der evangelischen St.-Johannes-Baptista Kirche.

Floß. (le) Wieder einmal war es Kantor Andras Kunz gelungen, mit Yvonne Schnappauf (23) und Sophia Scherm (19) zwei junge Flosser Sopransängerinnen zu gewinnen. Dazu kamen mit Willibald Wirth (Violine), Reinhold Maß (Violine, Gitarre und Gesang) und Victoria Streng (Violoncello) drei Musiker, die gut aufeinander abgestimmt waren und mit Andreas Kunz (Orgel und Cembalo) eine eindrucksvoll vorgetragene Kirchenmusik boten.

Pfarrer Herbert Sörgel aus Flossenbürg vertrat Pfarrerin Lisa Weniger und trug zwischen den Aufführungen Gebete und Psalmen vor. "Musik bedeutet mehr als Worte. Musik ist eine Art Verkündigung des Evangeliums", sagte er.

Meditation mit Orgelspiel

Über gut 80 Minuten hörte das Publikum nach dem Orgelspiel von Kunz und dem "Triptyque - Saint-Servais Entre" von Andreas Willscher Orgelmusik, die innere Ruhe schuf. Das bekräftigte sich mit dem gefühlvoll gespielten Gebet "Prière" von Théodore Salomé. Wohltuend war der Vortrag von Reinhold Maß (Gitarre und Gesang) "Von guten Mächten" von Siegfried Fietz. Pfarrer Sörgel ergänzte in einer Erzählung die Entstehung des Liedes von Dietrich Bonhoeffer. Ein wahrer Genuss war der ruhige Abschluss mit dem Vortrag von Violinen und Cembalo und der von Reinhold Maß komponierten "Meditation - Besinnung".

Eine Premiere stellte der Auftritt der beiden Sopranistinnen Yvonne Schnappauf und Sophia Scherm mit dem geistlichen Konzert "Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen" von Johann Philipp Krieger da. Eine perfekte Abstimmung und Harmonie zwischen Musik und Gesang.

Mit den vier Stücken von Georg Friedrich Händel "La Réjouissance" aus der Feuerwerksmusik, "Marsch" aus der Triosonate op. 5 Nr. 2, "Largo" aus der Oper Xerxes und "Kreuzrittermarsch" aus der Oper Rinaldo zeigten die gut aufeinander abgestimmte Besetzung der Streicher mit Kunz am Cembalo ihr ganzes Können. Die Zuhörer wähnten sich in einem großen Barocksaal.

Sehr gut gemeistert

Viel verlangte die Kantate "Erquicktes Herz, sei voller Freuden" von Georg Philipp Telemann der Solistin Sophia Scherm ab, die aber selbst die schwierigsten Stimmlagen meisterte.

Ähnlich war es bei der Kantate "Singet dem Herrn ein neues Lied" von Heinrich Schütz. Vorträge, die tief beeindruckten. Dazwischen glänzten wieder Streicher und Basso continuo mit der "Triosonate F-Dur" Allegro-Adagio-Allegro von Guiseppe Sammartini. "Leih aus deines Himmel Höhn", "Reigen seliger Geister" aus der Oper Orpheus und "Festgesang" aus der Oper Iphigenie in Aulis begeisterten abschließend das Publikum.

Nach dem Dankeswort von Pfarrer Sörgel erlebten die Besucher aus den geistlichen Kantaten "Eins bitte ich vom Herrn" und "Die Gottseligkeit" von Heinrich Schütz einen großartigen Höhepunkt. Der anhaltende Beifall und die stehenden Ovationen waren der Dank an alle Mitwirkenden mit Leiter Kunz, der einmal mehr sein musikalisches Können unter Beweis stellte.
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