Musikalisches Glaubenserlebnis

Beim "Liebeslied" zeigte sich die Künstlerin Brigitte Traeger publikumsnah, ging durch den Mittelgang der St.-Erhard-Kirche und schüttelte viele Hände. Bild: dob

"Die Muttergottes die uns führt, soll uns ein Vorbild sein." Diesen Wunsch äußerte Sängerin Brigitte Traeger beim Konzert in der Roggensteiner St.-Erhard-Kirche.

Aus Anlass des 100. Geburtstags des Hauberrisser-Gotteshauses hatten Pfarrer Gerhard Schmidt, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat die Pleysteiner Künstlerin verpflichtet. Das Konzert geriet zu einem musikalischen Glaubenserlebnis, das die Besucher in der fast voll besetzten Kirche gerne annahmen.

Gesamte Bandbreite

Der Auftritt war ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Bei einer Geburtstagsfeier hatte der Geistliche die ersten Kontakte zu ihr geknüpft, verriet er. Das Konzert sei eine Zusammenführung von Freunden über die Pfarrei hinweg. Die Zuhörer könnten an diesem Tag die gesamte Bandbreite von Traegers Liedern hören. Überschrieben war der Auftritt mit "Weil Gott dich liebt". Andächtig und in einer wundersamen Stille lauschten die Besucher hingebungsvoll der gefühlvollen klaren Stimme.

"Der Herrgott ist mit dabei", versicherte die Künstlerin, um gleich zu Beginn den großen Kirchenvater Augustinus zu zitieren und damit den ersten Titel anzukündigen: "Unruhig ist unser Herz". Ihr sei dieses Gebet, vor allem in Situationen, in denen es ihr nicht so gut gehe, sehr vertraut. Im Schein der Jubiläumskerze am Volksaltar fand Traeger einen ausgezeichneten Platz.

"Atme in mir, du Heiliger Geist", brachte die Sängerin dar, nachdem "So nimm denn meine Hände" verklungen war. Mit den sakralen Liedern demonstrierte die Sängerin eine starke Hoffnung durch den Glauben. Nach den Seligpreisungen, die sie im Sprechgesang vortrug und mit dem "Jesus dir leb ich" ergänzte, schloss sie in das "Vater unser" auch die Anliegen der Pfarrei mit ein.

Kleine Geschichten und Erlebnisse wie "Zwei Freunde" oder "Wo immer Liebe ist" verbanden die Lieder untereinander. Traeger richtete einen feurigen Appell für das Bußsakrament an die Zuhörer. "Jesu ist unser Freund, der immer verzeiht". Sie verglich die Beichte mit einem Fensterputz, durch dessen gereinigtes Glas danach wieder die Sonne scheine. "Ihr müsst dieses Geschenk nur annehmen." Den Titel ihres Programms griff sie beim Lied "Weil Gott dich liebt" auf. Danach folgte "Näher mein Gott zu dir" und Andrew Lloyd Webbers "Pie Jesus". Vieles im Leben sei nicht Zufall, sondern Fügung. "Wir müssen die Liebe in unser Herz lassen", bekräftigte sie.

Beim "Liebeslied" reichte die Künstlerin den Gläubigen ihre Hände. Zum Papstbesuch von Benedikt XVI. in Deutschland gehört "Wer glaubt, ist nie allein". Traeger bat alle Anwesenden, in das Lied einzustimmen. Den letzten Abschnitt widmete sie der Muttergottes. Mit "Schwarze Madonna", Es blühn drei Rosen auf einen Zweig", "Ave Maria" und "Segne du Maria" rundete sie das große Marienlob ab. Kirchenpfleger Manfred Zeitler dankte der bodenständigen, bescheidenen Sängerin. "Sie ist mit ihren Liedern Botschafterin des christlichen Glaubens, denn ihre Lieder kommen von Herzen", bekräftigte er. Traeger bringe die Menschen mit ihrer Musik zum Nachdenken und mache bewusst, dass "unser Glaube letztendlich unsere Wurzel ist, die uns Hilfe und Halt gibt, damit unser Leben einigermaßen gelingt".

Frenetischer Applaus

Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Gösl überreichte der Künstlerin einen Blumenstrauß. Natürlich durfte die Sängerin das Gotteshaus nicht ohne Zugaben verlassen. Am Ende gab es frenetischen Applaus.
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