Musiker spielen mit Handbremse

Akkordeonspieler Manfred Döllinger (links) eröffnete das "staade" Volksliedersingen, zu dem Monika Fink (stehend) am Volkstrauertag in das Foyer eingeladen hatte. Bild: jzk

Der Volkstrauertag gab die Richtung vor. Statt um eine Mordsgaudi bat Monika Fink die Musikanten im Foyer um "a stade Musi". Daher hatte sie das Wirtshaussingen diesmal auch in Volksliedsingen umbenannt.

Kemnath. (jzk) "Ein schönes Lied geht zu Herzen und macht Freude", meinte Fink zu den Volksmusikfreunden. Damit alle textsicher mitsingen konnten, teilte sie gleich die oberfränkischen Liederbücher "Sing mit" aus. Die zahlreichen Gästen von nah und fern freuten sich, dass sie bekannte Lieder aus ihrer Kindheit wieder einmal anstimmen konnten.

Gewünscht wurden Wanderlieder ("Wer recht in Freuden wandern will", "Wem Gott will rechte Gunst erweisen", "Wohlauf in Gottes schöne Welt", "Wir wollen zu Land ausfahren"), Jagd- und Heimatlieder. "Wenn der Tod mir nimmt das Leben, hör ich auf, getreu zu sein" war der Schluss des traurigen Stücks "Wahre Freundschaft soll nicht wanken". Rudolf Fink (Steirische Harmonika) und Manfred Döllinger (Akkordeon) fanden immer die richtige Tonart. Siegfried Zaus hatte keine Schwierigkeiten, auf seiner Geige die Melodie ganz ohne Noten mitzuspielen. Manchmal dachte er sich auch kurze Improvisationen aus. Martin Kimich aus Kulmain spielte auf der Steirischen Harmonika bayerische Walzer, Märsche und Polkas. Der "Ratschn-Dieter" (Dieter Paulus) begleitete ihn mit seiner Zillertaler Ratschn.

Zwischendurch stimmte Fink Wunschlieder wie "Die Gedanken sind frei", "Sah ein Knab ein Röslein stehn" oder "Ännchen von Tharau" an. Zum Gedenken an eine vor kurzem verstorbene Liebhaberin von Mundartliedern intonierten die Kemnather Sängerinnen Monika Fink und Sieglinde Wick "A Sprung übers Graberl" und das "Schlammersdorfer Heimatlied". Auf besonderen Wunsch sangen sie "Wisst's wou mei Hoimad is".

Heribert Schmidt aus Speichersdorf spielte den stimmungsvollen Zeitvertreib-Walzer. Sehr zur Freude des Publikums trug er auch einige selbst gedichtete und komponierte Lieder vor. Dabei begleitete er sich selbst auf seiner Concertina. Viel Beifall erhielt er für "Ich sag Dankeschön für diesen Tag". Das war ein Liebeslied für lang verheiratete Ehepaare, die dabei Händchen halten durften. In den kurzen Pausen konnten sich alle gemütlich miteinander unterhalten und die Speisen und Getränke von Armin Schinner und seinem Team genießen.

Siegfried Zaus entlockte seiner Geige besinnliche Weisen. Mit von der Partie war Herbert Storek mit seiner Steirischen Harmonika. Beim gemeinsamen Singen und Spielen verging die Zeit wie im Fluge. Wenn auch diesmal Witze tabu waren, so tat das der guten Stimmung keinen Abbruch. Mit einer gemütlichen Musikantenrunde ging das Volksliedersingen zu Ende.

Das nächste Wirtshaussingen ist am Sonntag, 6. Dezember, um 14 Uhr im Landgasthof Busch in Kötzersdorf.
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