Mutter zittert ohne Grund

Nur gut, dass am Samstagabend der Regen rechtzeitig vor Beginn der Waldweihnacht aufhörte, denn die Hirten müssen laut Drehbuch (wegen der Kälte) an einem Lagerfeuer sitzen und darüber schimpfen, dass es ihnen schlecht geht. Sie sollten im Laufe des Schauspiels lernen, dass der göttliche Erlöser wegen ihnen - wegen der armen Leute - auf die Welt gekommen war. Bilder: gf (7)

Die Geschichte vom Kind in Stall kennen schon alle. Aber die Sorghofer präsentieren das Geschehen von Bethlehem mit so viel Schwung und herausragender Musik, dass auch heuer wieder etliche hundert Zuschauer zur Waldweihnacht kamen.

Für die 24. Auflage der Waldweihnacht auf der Lichtung beim Feuerwehrhaus hatte Texter, Regisseur und Komponist Gerhard "Sam" Kraus die Geschichte hinter den Musical-artigen Darbietungen leicht modifiziert. Beeindruckend war am Samstagabend neben den musikalischen Leistungen auch, mit welcher Ruhe und Geduld der kleine Moritz, knapp drei Jahre alt, als Jesuskind in der Krippe das Geschehen über sich ergehen ließ. Er schaute nur mit großen Augen dem Schauspiel zu, machte keinen Muckser und gab der sprungbereiten Mutter keinen Grund einzugreifen.

Katzen ausgenommen

Fett und überheblich hockt zu Beginn Quirinius, der syrische Statthalter Roms auf seinem samtbezogenen Thron und sinniert darüber, wie er das ohnehin schon arme Volk weiter ausnehmen kann. Eine Volkszählung setzt er an und lässt verkünden, dass sich ein jeder an seinem Geburtsort einzufinden hat und dort registriert wird. Jeder habe auch sein Hab und Gut anzugeben, die Anzahl seiner Frauen und des Viehs - Katzen ausgenommen. Wer den Anordnungen des Statthalters nicht nachkommt, dem droht Quirinius, dass er ihn ans Kreuz nageln lässt. So nebenher sinniert der Tyrann, dass er sicher schon mehr Menschen kreuzigen ließ, als die Stadt Jerusalem Einwohner hat.

Der Zimmermann Josef macht sich mit seiner hochschwangeren Maria ebenfalls auf den Weg nach Bethlehem. Er hofft, bei Verwandten Quartier zu finden, doch auch die haben die Gunst der Stunde genutzt und selbst die schäbigste Ecke "verschachert". Aber im Stall sei Heu und Stroh, dort könnten Maria und Josef übernachten.

Am Lagerfeuer sitzen die Hirten rum und schimpfen, dass sie nicht genug zum Leben haben, während die Reichen in Saus und Braus leben. Ein Stern zeigt ihnen schließlich den Weg nach Bethlehem, wo der Ankündigung des Engels nach der Erlöser erscheinen soll. Als sie erfahren, dass ein Kind im Stall zur Welt gekommen ist, kramen sie einige Geschenke zusammen und ziehen zum Stall, wo das Kind bereits in der Krippe liegt.

Die Geschichte vom Kind im Stall kennen schon alle. Aber die Sorghofer präsentieren das Geschehen von Bethlehem mit so viel Schwung und herausragender Musik, dass auch heuer wieder etliche hundert Zuschauer zur Waldweihnacht kamen. Bilder: gf



Die Sorghofer Vereine haben sich wieder alle Mühe gegeben, ihr Weihnachtsschauspiel perfekt zu präsentieren - die vielen Laiendarsteller, der Kindergarten und der Kirchenchor ebenso wie Remona Fink mit ihrer verrauchten Soulstimme. Kleine Engel baten rund um die Waldweihnacht um eine kleine Spende für finanziell oder gesundheitlich in Not geratene Menschen. Insgesamt, so sagte Benno Meier, hätten die Sorghofer mit ihrer Waldweihnacht über die Jahre schon mehr als 50 000 Euro eingespielt, die an die Krebshilfe oder andere karitative Vereinigungen weitergegeben werden konnten.
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