Nach 20 Jahren: Bahnsteig ade

Die Tage sind gezählt. Der Bahnsteig und der dazugehörige Steg gehören bald der Vergangenheit an. Im April sollen die Baumaßnahmen für die Verlegung beginnen. Der neue Steg westlich davon ist längst fertig. Bild: bkr

Zwei Jahrzehnte war der Bahnsteig ein Klotz am Bein der Gemeinde. Im Zuge der Bahnreform hatte sie zum 1. Januar 1994 die bereits damals marode Konstruktion beim Bahnhof geschenkt bekommen - gegen ihren Willen. Seitdem versuchte sie, den Übergang loszuwerden. Jetzt steht überraschend der Abbruch an.

Immenreuth. (bkr) Plötzlich geht alles sehr schnell. Bürgermeister Heinz Lorenz überraschte den Gemeinderat am Donnerstag mit einer Mitteilung: Nach Drängen der Bahn habe das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur diese angewiesen, den Bahnsteig Richtung Dorfmitte zu verlegen und den 1899 errichteten stählernen Steg über die Gleisanlagen abzubrechen.

Beides sind die letzten Maßnahmen der damals geschlossen Kreuzungsvereinbarung, die auch den Bau der neuen Brücke beim Bahnhof nach Plößberg und Zweifelau beinhaltet hatte. Noch vor der Kommunalwahl 1996 wurde der Bau eines neuen Stegs beim jetzigen Lagerhaus König energisch vorangetrieben. Damit verbunden war die Verlegung des Bahnsteigs zur Dorfmitte hin. Die Gemeinde erledigte ihre Aufgaben, die Bahn nicht.

Immer wieder vertröstet

Von Jahr zu Jahr vertröstete sie die Gemeinde. So recht an ihren Willen wollte keiner mehr glauben. So wurden die von der Gemeinde zu tragenden Ausgaben im Finanzplan 2015 schon mal vorsichtshalber in den Jahren 2017 und 2018 veranschlagt.

Doch zur Überraschung der Immenreuther kommt nun doch alles anders. Bereits am Montag, 16. November, erfolgt die Ausschreibung der Baumaßnahme. Fristende ist am 8. Januar. Nach der Angebotsöffnung ist der Baubeginn im April 2016 vorgesehen. Die zwischenzeitlich eingetretenen Mehrkosten durch die Verzögerung in Höhe von 141 117 Euro sind von der Bahn zu tragen. Damit verbleiben genehmigte Gesamtausgaben von 3 660 495 Euro. 3 038 364 Euro sind bereits durch den Bau der Brücke und des neuen Stegs verbraucht worden. Die für die Bahnsteigverlagerung verbleibenden 622 131 Euro teilen sich Bund, Bahn und Gemeinde je zu einem Drittel. Nach Abzug einer 75-prozentigen Förderung belastet die Maßnahme die Gemeinde noch mit 51 844 Euro.

"Ein Kapitel kann abgeschlossen werden, das uns schon lange beschäftigt", meinte ein erleichterter Bürgermeister Heinz Lorenz.
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