Nach Abschluss ist vorm Lernen

Die Zeichen standen auf Abschied: Für Rektor Josef Etterer war es eine seiner letzten Amtshandlungen, für 52 Jugendliche der letzte Tag an der Mittelschule.

Kemnath. (jzk) "Vieles verdankt ihr euren eigenen Leistungen, aber besonders viel euren Eltern, die am meisten Förderung und Unterstützung für euch aufgebracht haben", sagte Josef Etterer am Freitag zu den Absolventen. Das Sprichwort "Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens" gab er ihnen im Foyer der Mehrzweckhalle mit auf ihren Lebensweg.

Diesen beschreiten 15 der 20 Schüler der Klasse 9a (Klassenlehrer Johannes Birkner) mit dem Qualifizierenden Mittelschulabschluss. Von den 32 Schülern der Klassen M10a (Klassenlehrer Norbert Lang) und M10b (Claudia Schmied) nahmen 30 an den Prüfungen zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses teil, 27 mit Erfolg.

Als Schulbeste der Neuntklässler ehrte Etterer Stefanie Hermann (1,72), Sebastian Streim (1,94) und Franziska Stenglein (2,06). Die Jahrgangsbesten in den beiden zehnten Klassen waren Anna Maria Prechtl (1,33), Andrea Jantke (1,44), Blerta Ismaili (1,67) und Arthur Trojan (1,78).

"Ihr habt jetzt das Rüstzeug, euch im beruflichen Leben zu behaupten", betonte Schulverbandsvorsitzender Werner Nickl. "Aber jetzt beginnt wieder eine Zeit des Lernens in der beruflichen Ausbildung mit Aufgaben, die ihr meistern müsst." Sein Dank galt den Lehrkräften und den Schülereltern.

Noch Kurve gekriegt

"Einfach war es nicht immer mit euch", bedauerte Lehrer Johannes Birkner bei seiner Rede. Schlimmer als langwierige Diskussionen seien für ihn die Arroganz und Rücksichtslosigkeit gewesen, mit der viele miteinander umgingen. Zum Glück sei die Abschlussfahrt mit den beiden zehnten Klassen nach Sylt sehr harmonisch verlaufen. Auch Klassenleiterin Claudia Schmied schlug kritische Töne an: "Wir Lehrer haben uns oft beklagt über fehlende Motivation, nicht gemachte Hausaufgaben und schlechte Leistungen bei den Proben." Aber die meisten Schüler haben vor den Abschlussprüfungen noch gelernt, so dass alles geklappt habe. "Irgendwann werdet ihr erkennen, dass ihr nicht für die Lehrer und die Schule, sondern für euch selbst und für euer Leben gelernt habt."

"Unsere Klasse 9a war ohne Zweifel etwas anstrengend", gab Simone Boderova als Sprecherin der Neuntklässler zu. Sie dankte nicht nur dem Klassenleiter, sondern auch allen Lehrkräften für ihre Unterstützung. Mit dem Song "Ein Kompliment" von den Sportfreunden Stiller leisteten sie und der Gitarrist Denis Wowra mit den Zehntklässlern einen musikalischen Beitrag.

Mit den Worten "Bitte glauben Sie uns, wir sind wirklich dankbar" wandte sich Antonia Hübner, Schülersprecherin der zehnten Klassen, an die Pädagogen. Ihr Dank galt auch dem Hausmeisterehepaar Siegfried und Christa Jaschke sowie die Schulsekretärin Petra Schäffler. "Auch wenn wir ein paar unserer Ziele nicht erreicht haben, denkt daran, dass dieser Schulabschluss nur eine von vielen Haltestellen ist, an denen der Bus des Lebens anhält", gab sie zu bedenken. Mit einem Appell an ihre Mitschüler verabschiedete sie sich: "Wir sind Freunde geworden und wollen Freunde bleiben."

"Wir blicken mit Dank zurück" war der Tenor der Multimediashow, bei der die Entlassschüler das Schulleben in der Mittelschule, vor allem die erlebnisreiche Abschlussfahrt nach Sylt, Revue passieren ließen.

Am Ende der Feier erhoben sich alle von ihren Plätzen für die Bayern- und die Nationalhymne, begleitet von Karin Hecht auf dem Flügel. Die Lehramtsanwärterin bereicherte mit zwei Stücken die Feierstunde.
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