Nach oben schielen ist erlaubt

Hier kann Stefan Meisel (vorne im weißen Trikot) noch lachen, seit dem Derby in Etzenricht nicht mehr: Der 14-fache Torschütze des SV Mitterteich erlitt in der Partie am 8. November einen Schien- und Wadenbeinbruch und fällt für den Rest der Saison aus. Bild: Cyris

Aus 22 Partien hat der SV Mitterteich 35 Punkte geholt und belegt damit den achten Platz in der Landesliga Mitte. Den Klassenerhalt hat die Mannschaft von Trainer Reinhold Schlecht damit fast geschafft.

Mitterteich. (cy) Vor dem Start der zweiten Saison in der Landesliga Mitte hatte Reinhold Schlecht den Klassenerhalt als oberstes Saisonziel genannt und ist davon keinen Millimeter abgerückt. Auch dann nicht, als seine Akteure am sechsten Spieltag Spitzenreiter waren. "Ausgeflippt" ist Anfang August beim SV Mitterteich trotz dieser völlig unerwarteten Top-Platzierung niemand. Man ist auf dem Boden der Tatsachen geblieben und das war gut so, denn anschließend gab es Nackenschläge in Form von Verletzungen.

Zehn Siege, davon sechs auf des Gegners Platz und vier vor eigenem Publikum, machen deutlich, wo es krankt. Sehr erfreulich ist, dass die Schlecht-Truppe in der Fairplay-Wertung momentan auf dem dritten Platz liegt noch keine Rote Karte kassiert hat. Wenn die Winterpause vorbei ist, dann stehen knackige Aufgaben gegen Cham, in Langquaid und gegen Lam ins Haus. Wir fragten nach bei Vereinschef Roland Eckert.

Wie ist man im Mitterteicher Lager mit dem bisherigen Abschneiden zu frieden?

Roland Eckert: "Die Tabelle sagt eigentlich alles aus. Wir befinden uns genau dort, wo wir vom Leistungsvermögen hingehören. Mit dem guten Saisonstart konnten wir uns eine Grundlage schaffen und damit zwischenzeitliche Schwankungen abfedern. Schade waren die Verletzungen unserer Offensivkräfte Frantisek Nedbaly, Christian Weiß, Maximilian Berek und Stefan Meisel. Deswegen ist der eine oder andere Punkt liegen geblieben. Wenn man die Abstände nach vorne und nach unten analysiert, dann kommt ans Tageslicht, wo die Mannschaft stehen könnte."

Ein Manko ist bis jetzt, dass zu Hause zu viele Zähler auf das Konto der Gegner wandern. Woran liegt das?

Eckert: "Auswärts müssen wir nicht das Spiel machen, da können wir auf unsere Chancen lauern. Da kommen unsere Qualitäten im läuferischen Bereich und im Zweikampfverhalten zum Tragen. Diese Gangart liegt uns. Auf eigenem Platz müssen wir das Kommando übernehmen. Da werden unsere Probleme im Offensivbereich sichtbar."

Der SV Mitterteich steht mit 35 Punkten auf Rang acht. Im vergangenen Jahr hatte er zur Winterpause 31 Zähler und war Sechster. Woran liegt das?

Eckert: "Das demonstriert deutlich, wie ausgeglichen die Landesliga Mitte in dieser Saison ist. Es gibt diesmal keine Überfliegerteams. Deswegen sind zwischen Rang eins und acht nur sieben Punkte Unterschied. Das gilt auch bis Rang 13, wo die Relegationsgrenze nach unten liegt. Deswegen müssen wir erst die Augen nach unten richten, bevor wir nach oben schielen. Letzteres ist aber nicht verboten."

Welches sind bis jetzt die positivsten Erkenntnisse?

Eckert: "Die Mannschaft ist eine verschworene Gemeinschaft, jeder leistet seinen Beitrag. Auch sogenannte Rumpfteams haben immer gekämpft und gerackert. Unsere jungen Akteure sind lern- und aufnahmefähig, haben sich prima geschlagen und sind auf einem guten Weg, in der Landesliga Fuß zu fassen."

Und was war das negativste Erlebnis?

Eckert: "Ganz klar das böse Foul an Stefan Meisel mit dem fürchterlichen Schien- und Wadenbeinbruch. Diese Bilder haben wir alle noch vor Augen. Wenn man so etwas hautnah miterleben muss, dann ist das schlimm. Man kann nur hoffen, dass Stefan Meisel wieder vollkommen gesund wird."

Gibt es in der Winterpause Verstärkungen?

Eckert: "Momentan arbeiten wir an der Vorbereitung für das Restprogramm. Außerdem treffen wir uns in lockerer Runde in Sachen Medienhaus-Cup, denn wir sind immerhin Titelverteidiger und wollen wieder eine gute Rolle spielen. Sollte ein interessanter Spieler zu uns kommen wollen, dann werden wir diese Personalie genau prüfen und eine Entscheidung treffen."
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