Nach Sommerpause entscheiden

Das Wäldchen (rechts) an der Pfarrer-Schreyer-Straße ist Standort für die geplante Mehrzweckhalle. Die grundsätzliche Entscheidung über Bau und Zeitplan fällt nach der Sommerpause im September/Oktober. Bild: Völkl

In der Marktgemeinde gibt es zwei Dauerbrenner. Die Mehrfachhalle und das Seniorenzentrum. Schon seit langem in der Diskussion, werden nach der Sommerpause im Marktrat die Entscheidungen fallen.

Wernberg-Köblitz. (cv) "Der Marktrat steht zum Neubau einer Mehrzweckhalle", so Bürgermeister Georg Butz. Ziel wäre, im nächsten Jahr mit dem Bau zu beginnen. Das Projekt sollte 2017 abgeschlossen sein. Die definitive Entscheidung "wird nach der Sommerpause fallen", so Bürgermeister Georg Butz auf NT-Nachfrage. Ursprünglich war angepeilt, den Bau 2016 fertig zu haben, läuft 2016 doch der Pachtvertrag mit dem Eigentümer Pilkington über die bisher vom TSV genutzte alte Detag-Halle aus. Wenn von der Kommune zeitlich etwas überzogen werde, sei das nicht "als tragisch" anzusehen, fasst Butz ein Gesprächsergebnis mit Pilkington zusammen. Und selbst, wenn die Halle früher geräumt werden müsse, hätte die Kommune die zeitliche Durststrecke zu akzeptieren. Bei so einem Großprojekt könne sich die Gemeinde "nicht unter Druck setzen". Als Standort ist aus wirtschaftlichen Gründen das Grundstück neben der Schule definitiv. Das gehöre der Kommune und es entstünden keine Abbruch- oder Entsorgungskosten.

Systembau günstiger

Noch offen ist die Bauausführung. "Die Planung endete bisher bei kurz vor sechs Millionen", so Butz. Vom Marktrat erhielt die Verwaltung den Auftrag, alternativ einen Systembauer ins Boot zu holen. Die Halle in der gewünschten Größe und Aufteilung wäre hier mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Kein geringer Unterschied. Butz gibt zu bedenken, dass sechs Millionen rechnerisch umgelegt "1000 Euro pro Einwohner sind". Und angesichts des Schuldenstandes des Marktes "schreit man auch nicht Juhu". Momentan seien die Zinsen günstig, doch wenn sie anziehen. . . "Wir bekommen keinen Cent Förderung" gibt Butz zu bedenken. Unter diesen Umständen werde man sich keinem Zeitdiktat unterwerfen. Im September/Oktober würden Nägel mit Köpfen gemacht und grundsätzlich entschieden "ob wir bauen, wie wir bauen und wann wir es finanziell auf die Reihe bekommen".

Der TSV brauche am jetzigen Standort weiterhin den Sportplatz, Umkleiden, Gaststätte, sportliche Infrastruktur. Das Ansinnen, dass der Markt sich in einen Kauf einklinke, und das Areal dem TSV überlasse, sei zu den derzeit im Raum stehenden Konditionen von Pilkington nicht zu schultern. Das würde auch ein Ungleichgewicht zu anderen Vereinen erzeugen, die ihre Einrichtungen selbst finanziert hätten.

Seniorenzentrum ade?

Zweiter Dauerbrenner: Seniorenzentrum: Hier werde die Planung von der bayernweiten Entwicklung überholt. Der Trend gehe zu Wohngruppen. Doch davon abgesehen: Hauptproblem ist für Butz die Frage der Trägerschaft. Geplant wäre eine entsprechende Infrastruktur mit Begegnungsstätte, Pflegestützpunkt, Arzt, Friseur und weiteren Angeboten gewesen. Doch jeder Bewohner wähle seinen individuellen ambulanten Pflegedienst. Folglich gebe es keinen Sozialverband, der dieses Angebot manage. Wenn dieser Aspekt wegfalle, würde aus dem geplanten Zentrum eine reine barrierefreie Eigentumswohnanlage. "Das zu bauen, ist nicht Aufgabe einer Kommune", betont Butz. Auch die Nachfrage sei nicht groß genug - bei einem Kaufpreis von 2500 bis 3000 Euro pro Quadratmeter oder einem Mietpreis (kalt) von 10 Euro pro Quadratmeter.

Ohnehin plant derzeit ein privater Bauträger eine barrierefreie Wohnanlage am Franzosengraben. Ohne es dem Marktrat vorwegnehmen zu wollen, glaubt Bürgermeister Butz, dass sich die Kommune vom Seniorenprojekt auf dem Areal der alten Schule verabschieden wird. Doch wie gesagt, auch das wird nach der Sommerpause Thema sein.
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