Nachbessern - aber wie?

Das Überqueren der Ortsdurchfahrt ist in Burgtreswitz seit der Eröffnung der neuen Brücke noch schwieriger geworden. Besonders im Bereich der Bushaltestellen bei der Bäckerei Held müssen die Fußgänger sehr wachsam sein. Die Fahrzeuge sind manchmal flott unterwegs und können erst spät wahrgenommen werden. Einige Burgtreswitzer fordern nun nicht nur an dieser Stelle einen Fußgängerüberweg. Bild: ck

Das Dorf Burgtreswitz bei Moosbach ist mit einer neuen Brücke ausgestattet worden. Die Umsetzung des 3,6-Millionen-Euro-Projekts wurde von hitzigen Debatten begleitet. Fünf Wochen nach der Eröffnung des Bauwerks ist die Zeit reif für eine erste Bilanz.

Für Annemarie Held von der gleichnamigen Bäckerei ist es ganz einfach: "Jetzt sind wir wieder an die Welt angeschlossen." Sie findet es gut, dass man nun endlich wieder "auf kürzestem Weg von A nach B kommt". Der vermehrte Verkehr durch die kleine Ortschaft sei zwar ein Nachteil und durchaus gewöhnungsbedürftig, doch gibt sie zu bedenken: "Alle wollen Auto fahren, aber keiner will den Verkehr haben." Die Brücke sei wunderschön und ordentlich geworden. Das Ortsbild habe sich natürlich verändert, aber man werde sich daran gewöhnen. Die Geschäftsfrau freut sich seit der Eröffnung der Brücke über mehr Kunden.

Runter vom Gas

Trotzdem hat sie einige Verbesserungsvorschläge. Im Bereich der Bushaltestellen direkt vor ihrem Laden sei die Beleuchtung zu schwach. Größere Sicherheit beim Überqueren der Straße sei dort vor allem für die Schüler wichtig. Held schlägt vor, einen Zebrastreifen an der Haltestelle und Tempo 30 durch die kleine Ortschaft zu errichten. Ein Fahrbahnteiler, wie von einigen Burgtreswitzern gewünscht, sei ihrer Meinung nach nicht möglich. Dafür sei die Straße nicht breit genug.

Die erste Bilanz von Hans-Josef Völkl, der sich schon vor dem Bau der Brücke mit Bedenken zu Wort gemeldet hatte, fällt weniger gut aus. Der Zollbeamte wohnt mit seiner Familie direkt an der Ortsdurchfahrt. "Der Verkehr, besonders der Schwerlastverkehr ist deutlich angestiegen, und 50 Kilometer pro Stunde interessieren niemand." Besonders zu den Stoßzeiten von 6 bis 9 Uhr und nachmittags sei die Situation für die Anwohner schlimm. "Es herrscht entlang der Hauptstraße inzwischen eine fast ununterbrochene Lärmbelastung, die sich sehr auf die Lebensqualität auswirkt." Vor Völkls Haustür sei es schon mehrere Male beinahe zu Unfällen gekommen. Sehr schwierig sei es für die Fußgänger, die Ortsdurchfahrt zu überqueren. Völkl moniert, dass die Fahrzeuge, die von der Brücke kommen, für die Fußgänger, die an der Bushaltestelle über die Straße gehen wollen, eine Gefahr darstellen: "Ich habe am Samstag selber beobachtet, dass hier eine ältere Frau sieben Minuten gebraucht hat, um die Straße zu überqueren."

Völkl fordert einen Fahrbahnteiler an der Kreuzung Pfreimdstraße/Dorfstraße und einen Fußgängerüberweg an der Kreuzung Kropfingerweg/Kirchplatz/Dorfstraße. "Eine Beschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde wäre schon aufgrund der Tatsache sinnvoll, dass es in Burgtreswitz keinen Fußweg durch das Dorf gibt", schimpft Völkl.

Ein Gefahrenpunkt sei seiner Meinung auch die "Einflugschneise" des Verkehrs, der von Vohenstrauß komme. Fast kein Autofahrer halte sich an die 80 beziehungsweise 60 km/h. Der Burgtreswitzer meint, dass deswegen auch vor dem Anwesen Elektro Dirscherl ein Fahrbahnteiler hingehöre. Völkl nimmt Landrat Andreas Meier in die Pflicht: "Es wurde versprochen, die Ortsdurchfahrt auf 12 Tonnen zu beschränken. Nichts dergleichen ist geschehen. Und wer sollte es auch überwachen?"
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