Nachdenkliches Jubelfest

Als Mahner gaben sich die Kirchenlaibacher Kameraden am Wochenende. Obwohl mit dem 125. Jubiläum ein freudiger Anlass anstand, wollten sie die traurigen Ursachen ihrer Gründung nicht vergessen.

"Wer an Europa verzweifelt, sollte Soldatenfriedhöfe besuchen." Oberst a.D. Richard Drexl sprach große Worte beim Jubiläumsfest des Soldaten- und Kameradschaftsvereins. "Angesichts der Mahnmale für Millionen von Gefallenen und Vermissten können wir nur mit Zuversicht in die Zukunft schauen", erklärte Pfarrer Sven Grillmeier beim Festgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche. 25 Vereinsabordnungen und eine große Schar Ehrengäste waren ins Gotteshaus eingezogen.

Mit Marschmusik ging es anschließend über die Bayreuther Straße zur Gedenkfeier ans Kriegerdenkmal an der Ägidiuskirche. Die Speichersdorfer Reservisten erwarteten den Festzug in Ehrenformation. Unter dem Leitwort "Sie waren Menschen wie wir" sei das Jubiläum 125 Jahre Soldaten- und Kameradschaftsverein Kirchenlaibach ein guter Anlass, an das Leid der Weltkriege zu erinnern, so BSB-Präsident Drexl am Mahnmal. Aus diesem Leid seien die Veteranen- und Soldatenkameradschaften entstanden. Die Sozialfürsorge des modernen Staates habe es nicht gegeben. In den Zusammenschlüssen konnte man sich gegenseitig helfen, so der Präsident. Heute sei man es den Vorfahren schuldig, ihr Andenken zu bewahren.

Der BSB-Chef stellte zudem die Frage, was die Menschen daraus gelernt hätten? Sicher könne es sich niemand aussuchen, meinte der Präsident, in welche Phase der Geschichte er hineingeboren werde, ob in eine kriegerische oder eine solche des Friedens. "Die Zeiten in denen wir leben, können wir nicht ändern. Aber wir können das unsere dafür tun, damit sich derartige Katastrophen nicht wiederholen." Das friedvolle Zusammenleben der europäischen Völker sei ein unschätzbarer Wert. Auch die fast 1200 Kameradschaften im Bayerischen Soldatenbund arbeiteten für den Frieden, indem sie an den Krieg erinnerten. Nach Gebet und Segen durch Feldkurat Pfarrer Sven Grillmeier legte der Vorsitzende der Soldatenkameradschaft Marcus Köppel einen Kranz nieder. Die Fahnen senkten sich beim "Lied vom guten Kameraden", begleitet von drei Salutschüsse.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kirchenlaibach (683)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.