Nachwuchs: Fehlanzeige - FC stellt Veranstaltung ein
Der letzte Volkswandertag

Brotzeitkörbe erhielten die Vertreter der stärksten Vereine (von links) Grafenwöhr, Pressath, Hirschau, Schwarzenfeld. Bild: bk
Sonnenschein gab es beim 41. Internationalen Volkswandertag des FC. Die von Wanderwart Dieter Zeinz markierten, reizvollen Strecken präsentierten sich in Frühlingsstimmung. In den Herzen der Organisatoren aber herrscht Winter. In den Anfangsjahren gingen über 3000 Teilnehmer den Kurs mit. Jetzt ist die Teilnehmerzahl auf 500 geschrumpft. Konsequenzen sind unausweichlich.

"Wunderschön", lautete der Kommentar des 76-jährigen Lothar Tappert aus Lahm/Itzgrund. Die Überalterung und der fehlende Nachwuchs, unter denen alle Wandervereine leiden, war am Mittwoch bei den Oldies aus Franken nicht zu übersehen. Die FC-Kinderturngruppe war die Ausnahme. Am Lehrbienenhaus trennten sich Fünf- und Zehn-Kilometer-Route. Letztere bewältigte Pfarrer Matthias Weih in 100 Minuten.

"In der Früh ist es doch am schönsten", bestätigten Werner Schnabel und Ralf Peter aus Schwarzenbach an der Saale. Sie genossen als Erste um 5 Uhr die Stille am Himmelfahrtstag und ließen sich um 6.45 Uhr den obligatorischen Stempel vom Grafenwöhrer Charly Schultes ins IVV-Wertungsheft drücken. Ralf Peter, der bereits alle 387 permanenten Wanderwege in Deutschland absolvierte, regte die Einführung eines solchen im Ort an, denn "Kaltenbrunn ist top". Als echter Profi erwies sich der aus Siegburg angereiste Peter Krämer. Er marschierte am Mittwoch zweimal zehn Kilometer, am Feiertag noch mal, "und jetzt geht's nach Kallmünz und Cadolzburg zu weiteren jeweils zehn Kilometern."

Von den Ortsvereinen beteiligten sich Schützen und Feuerwehr sowie der Dürnaster Stammtisch "Gut Freund". Unter den Marschierern befanden sich ferner zweiter Bürgermeister Herbert Rudolph mit den Räten Wolfgang Braun, Julian Kraus und Thomas Schönberger. Die Zahl der Aktiven sinke stetig und es werde immer schwieriger, in angemessener Zahl auf auswärtigen IVV-Veranstaltungen präsent zu sein. Zudem würden die Anfahrten immer länger, weil viele Wandervereine in der Region nicht mehr existierten, sagte FC-Vorsitzender Sepp Pritzl.

"Ab 2016 gibt es deshalb keinen IVV-Wandertag mehr, sondern stattdessen einen regionalen Wandertag", kündigte er an. Schirmherr und Bürgermeister Ludwig Biller bedauerte diese Entwicklung. "Schod is scho, weil Kaltenbrunn beliebt woar", kommentierten Günther Baumann und Schorsch Rupprecht aus Grafenwöhr die Entscheidung.

Die Gymnastikdamen sorgten für eine große Kuchenauswahl, die Fußballer für den Ausschank, und Markus Harrer hatte mit seinem Grillteam alles im Griff.
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