Nächste Wehr ohne Vorstand

Jeder liefert eine andere Begründung, kein Vorstandsamt übernehmen zu können.

Erneut ist eine der insgesamt sieben Ortsfeuerwehren der Großgemeinde Vohenstrauß in der Bredouille. Nach Roggenstein musste nun auch die Kaimlinger Wehr die Neuwahlen des Vorstands aussetzen. Der Grund: Es gibt keine Kandidaten.

Eigentlich sollte bei der Generalversammlung am Sonntagabend im ehemaligen Schulhaus ein neuer Vorstand gewählt werden, da sich die bisherigen Vorsitzenden Gerhard Beimler und Wolfgang Spickenreuther nicht mehr für eine erneute Kandidatur bereiterklärten. Beide wohnen nicht mehr in Kaimling und aufgrund ihrer Abwesenheit und beruflichen Einbindung werde es zunehmend schwierig, den Verein vernünftig am Leben zu erhalten, so die Begründung von Beimler, der seit 18 Jahren im Amt war.

Bürgermeister schockiert

Als jedoch dann auch noch Schriftführer Adolf Wölfl nach zwölf Jahren seine Aufgabe abgeben wollte, zeigte sich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer etwas schockiert, denn kein einziger Nachfolger stand für die frei werdenden Stellen bereit. "Das ist ein hartes Los nach 140 Jahren Feuerwehrdienst."

Aus dem bestehenden Kreis finde sich niemand zur Übernahme eines Ehrenamtes, äußerte Beimler. Bereits im Dezember besuchte der Vorsitzende einige Kameraden - jedoch vergeblich. Beimler: "Jeder liefert eine andere Begründung, kein Vorstandsamt übernehmen zu können." Eine missliche Lage, denn sollte sich weiterhin niemand bereiterklären, stünde der Feuerwehrverein vor der Auflösung.

"Rettet Kaimling"

Aus der Jugend komme niemand nach, der sich einbinden ließe, hieß es. "Rettet Kaimling", appellierte das Stadtoberhaupt mit Nachdruck. Sonst stünde der Verein mit seinen 96 Mitgliedern, davon 7 Ehrenmitglieder, vor der Auflösung, drohte Wutzlhofer. Bis Ende Mai setzte der Rathauschef nun als Frist, intensive Gespräche zu führen. Kleiner Hoffnungsschimmer: Adolf Wölfl erklärte, er würde weiterhin Schriftführer bleiben.

Angesichts der offenen Nachfolgeregelung gerieten die Berichte zum abgelaufenen Jahr etwas in den Hintergrund. Beimler zählte etliche Termine auf, bei denen die Kameraden aus Kaimling anwesend waren. Jugendwart Johannes Faltenbacher gab Einblick in den umfangreichen Terminkalender der sieben Jugendlichen (zwei Buben und fünf Mädchen), die an Prüfungen teilnahmen.

Kassier Matthias Beimler zeigte die finanzielle Seite des Vereins auf, die Hubert Wenzl und Josef Schönberger stichprobenartig prüften.

Am unteren Limit

Kreisbrandmeister Martin Weig hob seinen warnenden Zeigefinger auch in Richtung der Aktiven, denn mit nur mehr 22 Feuerwehrkräften sei die Wehr am unteren Limit angelangt. Auch Weig appellierte an die Mannschaft, zusammenzustehen und den Verein wieder mit Leben zu erfüllen.
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