Nächstenliebe für Flüchtlinge

Das Waldforum in Rupprechtsreuth war am Sonntagvormittag eine Insel der Seligen. Zumindest im Vergleich mit Orten wie Lampedusa, dem Sudan oder Syrien, auf deren Misere Pfarrer Andreas Ruhs (links) mit Hilfe einer Landkarte im Familiengottesdienst hinwies. Bild: sei

Bestens besucht war der dritte Familiengottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden Mantel-Neunkirchen am Sonntagvormittag im Waldforum. Wohl auch, weil es unter den Bäumen nicht ganz so heiß war, wie an allen übrigen Stellen der Umgebung.

Die Posaunenchöre Mantel und Neunkirchen begleiteten die Lieder "Geh aus mein Herz und suche Freud", "Liebe ist nicht nur ein Wort" und auch das Schlusslied "Gib uns Frieden Jeden Tag". Günther Heiss aus Neunkirchen hatte nach 38 Jahren seinen letzten Einsatz als Posaunenensemble-Chef.

Thema des Familiengottesdienstes war die wunderbare Schöpfung und die Verantwortung der Christen den Mitmenschen und vor allem den Flüchtlingen gegenüber, die derzeit unsere Hilfe so dringend brauchen. Pfarrer Andreas Ruhs zeigte auf einer Weltkarte fünf aktuelle Brennpunkte, die von den Konfirmanden mit ihren besonderen Problemen vorgestellt wurden: Lampedusa, Kolumbien, das Horn von Afrika, Syrien und der Sudan. Zuvor hatte Ruhs dazu aufgefordert, das Bild einer Künstlerin aus Sri Lanka zu betrachten. Es zeigt ein brennendes Haus, ein Flugzeug, Menschen auf der Flucht, aber auch Menschen, die das alles nicht kümmert.

Sich selbst fragen

Das Matthäus-Evangelium handelte vom Weltgericht, wo der "Menschensohn die Menschen voneinander scheiden wird". Auf der einen Seite stehen jene, die ihn als Hungrigen gespeist, als Fremden aufgenommen haben oder im Gefängnis besucht haben. "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Auf der anderen Seite sind jene, die sich nicht um ihre Mitmenschen gekümmert haben. Sie werden verflucht für das ewige Feuer.

Dieses Evangelium sei sehr aktuell, predigte Ruhs: "Wie würden wir reagieren, wenn die heutigen Flüchtlinge nach Mantel oder Neunkirchen kämen? Würden wir unsere Kinder mit ihnen spielen lassen? Wie würden wir reagieren auf Menschen, die eine andere Sprache haben, anders aussehen, eine andere Schrift haben? Würden wir auch gegen Flüchtlingsunterkünfte demonstrieren oder würden wir Ihnen helfen?"

Der Kinderchor "Pfiffikusbande" unter Leitung von Susanne Hausmann sang "Wir wollen aufstehen und aufeinander zugehen". Pfarrer Ruhs stellte Ursula und Jost Hess vor, die den Weidener "Arbeitskreis Asyl" gegründet haben. 250 Flüchtlingskinder werden derzeit von der Hilfsorganisation mit Hausaufgabenhilfe und Freizeitgestaltung betreut. "Schlimm ist für uns, wenn Roma-Familien, die wir betreuen und die sich gut eingelebt haben, demnächst wieder auf den Balkan zurückgeschickt werden", bedauerte Jost Hess. Der Arbeitskreis Asyl will ihnen zumindest finanzielle Unterstützung als Notgroschen mitgeben. Die Sammlung am Sonntag brachte 410 Euro ein.

Spenden willkommen

Für die Freizeitbetreuung werden auch Kinderfahrräder oder Roller die nicht mehr gebraucht werden, Lego-Steine oder Playmobil-Figuren benötigt. Pfarrer Ruhs, bat, solche Spenden bis 19. Juli im Pfarramt Neunkirchen abzugeben oder sich mit dem AK-Asyl unter Telefon 0961/25036 in Verbindung zu setzen.
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