"Nahversorger" für Sauen

Luftbildkarten vom Revier wurden angefertigt und vorgestellt. Rupert Braun, Klaus Oberberger, Heinrich Hofstetter und Hans Nerl (von links) nahmen die Bilder in Augenschein. Bild: heg

Das Schwarzwild macht den Waidleuten der Jagdgenossenschaft Fischbach Kummer. Die Wildschäden nehmen zu. Patentlösungen gibt es nicht.

Nicht einfach gestaltet sich die Jagd in der Jagdgenossenschaft Fischbach. Die rund 390 Hektar große Fläche ist für das Wild und vor allem für die Schwarzkittel ein Eldorado. Rundherum sind Wälder als ideales Rückzugsgebiet und in der Mitte große freie Flächen mit Feldern - also ein reich gedeckter Tisch für die Wildschweine.

Auf zwölf Jagdjahre blicken die Pächter Klaus Oberberger und Rupert Braun im Fischbacher Revier, Jagdvorsteher Heinrich Hofstetter begleitet genauso lange das Gebiet der Jagdgenossenschaft Fischbach und ist manchen Kummer gewohnt. 1500 Euro mussten diesmal für Wildschäden ausgegeben werden. Drückjagden seien trotz starker Rotten wenig erfolgreich, da man eben von Wald umgeben sei, informierte Hofstetter. Das Revier werde von den Sauen wohl "als Nahversorger eingestuft", sagte er. Der milde Winter mit der Folge vieler Frischlinge verursachte sein Übriges.

Während sich die Grünlandreparaturen eher in Grenzen hielten, seien Nachsaaten beim Mais und Weizen aber auch bei Kartoffeln schon ein Thema gewesen. Mitte Juni gingen die Sauen in die Weizenfelder und richteten erhebliche Schäden an. Hofstetter zeigte dies anhand von Bildern. 17 Flächen waren von Wildschäden betroffen, 44 Maisschläge waren gezählt. Abhilfe, sagte Hofstetter, könne durch weniger Maisanbau geschaffen werden, weitere Schussfelder seien wirksam. Um auf künftige Überraschungen vorbereitet zu sein, habe man Rücklagen gebildet.

In die Rücklage

Die Abwicklung der Wildschäden erfolgte reibungslos, berichtete Hofstetter. Dennoch bat er die Jagdgenossen, an den bisherigen Regelungen in der Abwicklung festzuhalten und empfahl, falls nötig, sich an einen amtlichen Schätzer zu wenden. Nachdem in der letztjährigen Versammlung eine anteilige Auszahlung des Jagdpachtes erfolgte, empfahl Jagdvorsteher Hofstetter diesmal, das Geld in die Rücklage zu geben.

Einwände gab es nicht. Hofstetter dankte der Stadt Nittenau für die Bereitstellung von Schottermaterial zur Ausbesserung der Wege im den Bereichen Reuting, Brunn und Nerping. Die Pflanzung von Obstbäumen wurde fortgesetzt.

Zufrieden zeigte sich Pächter Klaus Oberberger und lobte den korrekten Verlauf zu den Abwicklungen im Revier. Das bestätigte auch Mitpächter Rupert Braun. Leider gebe es keine Zaubermittel gegen Wildschäden. Wegen der gelehrigen Sauen hätten sich die Jagdzeiten verlagert von früher 23 Uhr zu heute auf 3 Uhr bis 4 Uhr morgens, was man angesichts beruflicher Anforderungen kaum durchhalten könne.

31 Sauen erlegt

Auf Nachfragen informierte Braun, dass die Strecke 31 Sauen umfasste, von denen Zwei wegen zu hoher Strahlenbelastung nicht verwertbar gewesen seien. Auf die Vermarktung angesprochen informierte Braun, dass dies durch die Jäger selbst erfolge und bei ihnen jederzeit angefragt und bestellt werden könne. Hofstetter rief abschließend dazu auf, weiter an einem Strang zu ziehen.
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