Natur rückt ganz nah heran

Forstdirektor Moritz Neumann hatte als Erster Gelegenheit, die Möglichkeiten des neuen Spektivs - 30-fache Vergrößerung mit Scharfeinstellung - zu nutzen. Der Große Rußweiher bildete heuer den Auftakt bei der Waldbegehung des Stadtrats. Bilder: rn (2)

Es ist laut Forstamtsrat Martin Gottsche eine Touristenattraktion, wie es sie "auch an der Nordsee oder am Chiemsee" gibt: Ein Spektiv ermöglicht einen besseren Blick auf den Großen Rußweiher. Zum Auftakt seiner Waldbegehung machte der Stadtrat am Obersee Station.

Durch 30-fache Vergrößerung mit Scharfeinstellung garantiere das Spektiv ein ganz neues Schau-Erlebnis, stellte Gottsche die Neuanschaffung vor. Naturschutzgebiet und Adlerhorst würden geradezu in greifbare Nähe geholt. Beim Blick durch das Spektiv zeigten sich die Stadträte begeistert von den Möglichkeiten. Ein Mitglied des Gremiums verkündete sogar: "Da liegt a toter Fisch im Wasser."

Bürgermeister Peter Lehr nannte das Gerät eine tolle Einrichtung. Besonders gefiel ihm der Rundumblick (360 Grad). Außerdem lässt es sich um 30 Grad nach oben und unten bewegen. "Eine optimale Ergänzung zur Webcam am Adlerhorst", findet Lehr. Mit ihr böte sich im nächsten Jahr ein Blick in die Kinderstube der Fischadler.

"Das Verfahren für die zugesagten europäischen Fördermittel hat sich verzögert", teilte Lehr zum Obersee-Mönch mit, dessen Erneuerung ansteht. Die Bauarbeiten würden daher verschoben. Das Schlammproblem, insbesondere im oberen Bereich des Rußweihers, war ebenfalls Thema. Bürgermeister und Stadträte wollen nach Möglichkeiten suchen, die zunehmenden Ablagerungen in den Griff zu bekommen.

Neuer Waldweg

Die Walderschließung wird bei Tagungen der Forstbetriebsgemeinschaft stets als unverzichtbare Maßnahme zur effektiven Waldbewirtschaftung dargestellt. Forstamtsrat Martin Gottsche, zuständig für die Bewirtschaftung des 530 Hektar großen Stadtwaldes, nutzt jede Gelegenheit, um dessen Erschließung zu verbessern. Im "Bauernschlag" präsentierte er den Stadträten das jüngste Beispiel dafür.

Anlass für den Bau des neuen Waldweges war der Brückenbau an der B 470 neben dem alten Feuerwehrgerätehaus. Die Baufirma hatte dazu eine Umfahrung mit erheblichen Aufschüttungen einrichten müssen. Gottsche informierte über erfolgreiche Gespräche mit dem Ziel, das Material nach dem Rückbau der Aufschüttung zu einem günstigen Preis der Stadt zur Verfügung zu stellen. Die circa 6000 Tonnen hätten ausgereicht, einen Rückeweg auf 300 Metern in einen funktionstüchtigen Transportweg umzuwandeln.

Zusammen mit der Firma Bitterer seien zudem weitere kleinere Maßnahmen im Stadtwald in Angriff genommen worden. "Für die künftige Waldbewirtschaftung bedeuten diese eine wesentliche Erleichterung", versicherte der Forstmann.

Trockenzeiten mit Folgen

Mit Blick in die Baumwipfel zeigte er den Stadträten, in welchem Ausmaß Nadel-Jahrgänge wegen der beiden regenarmen Sommer verloren gegangen sind. Als Zeitraum für ihre Erneuerung nannte er vier bis fünf Jahre. Misch- und Laubwälder, die über ein anderes Binnenklima verfügten, hätten die Trockenzeiten besser überstanden. Nadelhölzer, die Mitte des vergangenen Jahrhunderts oft auf Pflugfurchen gepflanzt wurden, seien "sensible Bestände", weil sie kein stabiles Wurzelgebilde ausbilden.
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