Nein zum Windrad bekräftigt

Seit 2008 beschäftigt sich der Auerbacher Stadtrat mit einem Windenergie-Projekt außerhalb der Vorrangfläche. Zur "unendlichen Geschichte" soll dieses Thema aber nicht werden.

Auch im zweiten Anlauf versagte der Stadtrat das Einvernehmen für den Bau einer Windkraftanlage in der Gemarkung Ranzenthal. Zwar verlegte der Bauherr den Standort gegenüber dem ursprünglichen Plan um 46 Meter, aber er liegt immer noch außerhalb der Vorrangflächen. "Das Windrad würde weniger als 800 Meter von der Ortschaft Ranzenthal entfernt stehen", nannte Bauamtsleiterin Margit Ebner den wichtigsten Grund für das Nein.

Das Projekt beschäftigt den Stadtrat seit 2008. Damals hatte er erst sein Einverständnis gegeben, ruderte aber nach einer Informationen über die rechtliche Seite 15 Tage später zurück. Unbeeindruckt davon erteilte das Landratsamt die immissionsschutzrechtliche Genehmigung.

Die Stadt zog dagegen vor Gericht und bekam in zwei Verhandlungen Recht, blickte Bürgermeister Joachim Neuß zurück. Mit dem Hinweis auf "formale Fehler" hob das Landratsamt seinen Genehmigungsbescheid auf. Es kündigte an, neu über den Antrag zu entscheiden, und forderte die Stadt auf, nochmals über das gemeindliche Einvernehmen zu beraten. Sie sieht ihre Position, die Zustimmung versagen zu dürfen, durch zwei Urteile des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2010 bestätigt.

"Wir haben einen Flächennutzungsplan und können gar nicht anders entscheiden", stellte Bernd Scheller (Grüne) fest. Auch Martin Weiß (Aufschwung Auerbach/Freie Wähler) sah keinen Grund, an der Ablehnung zu rütteln.

Aus der Befürchtung heraus, die Stadt könnte regresspflichtig gemacht werden, habe 2008 eine Mehrheit erst für das Windrad gestimmt. "Die CSU-Fraktion hat sich schon damals dagegen ausgesprochen", erinnerte Herbert Appl. Auf eine Nachfrage von Josef Lehner (CUU) bestätigte die Verwaltung, dass es eine Genehmigung vom Landratsamt nicht gebe, wenn der Flächennutzungsplan der Stadt dagegen spricht.

Ortssprecher Martin Schleicher wies in einem Einwurf auf die ausgewiesenen 33 Hektar Vorrangfläche hin. Das sei schon ein Beitrag zur Energiewende.
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