Netzwerk für Flüchtlinge

Bürgermeister Werner Nickl (stehend) setzte sich sehr für gemeinsame Hilfsaktionen zugunsten der Asylbewerber ein. Bild: jzk

Mit'm Red'n kommen d'Leit zamm, auch wenn ein Teil Arabisch spricht. "Wir hören uns heute eure dringendsten Bedürfnisse und Probleme an und versuchen, gemeinsam praktikable Lösungen zu finden", versprach Bürgermeister Werner Nickl den Asylbewerbern. Sie zeigten am Montag auf, wo ihnen der Schuh drückt.

Kemnath. (jzk) Kaum fassen konnte das Familienzentrum Mittendrin die Teilnehmer am Treffen des Helferkreises, der Vermieter und der Flüchtlinge. "Wir möchten mit euch in Kontakt kommen, um helfen zu können", erklärte ihnen Werner Nickl. Die drei Gruppen in Kemnath, Hahneneggaten und Zwergau besser miteinander zu vernetzen, sei eines der Hauptziele.

Um konkrete Hilfsmaßnahmen planen zu können, sollten sich alle Asylanten mit ihrem Namen und ihren Wünschen und Problemen eintragen. Die Liste ergänzten die ehrenamtlichen Helfer aus dem Kemnather Land bereits mit ersten Hilfsmaßnahmen, die sie übernehmen wollten. Damit alle alles verstehen, übersetzte Jessika Wöhrl-Neuber die Wortbeiträge ins Englische, Zaher Alabed ins Arabische.

Wunsch: Deutsch lernen

Ein Asylbewerber beklagte die Abgeschiedenheit, die fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten und Fahrgelegenheiten in Hahneneggaten. Monatelang nur untätig herumzusitzen und nicht arbeiten zu dürfen, sei für viele sehr belastend. Wichtigster Wunsch war jedoch, die deutsche Sprache zu erlernen. Dazu sollen nicht nur zentrale, sondern auch dezentrale Kurse angeboten werden. Einen Deutschlehrgang haben bereits Christine Schubert und Realschullehrerin Kerstin Sommer in der Kemnather Realschule abgehalten. "Unser Problem war, dass immer wieder Neue dazukamen", bedauerte Schubert. Für den im Herbst beginnenden Deutschkurs werden die Gruppen erst eingeteilt. Abstufungen im Anforderungsniveau wären dabei wünschenswert, meinten einige. Eine besondere Qualifikation für ehrenamtliche Deutschlehrer sei nicht notwendig. Kerstin Graf bot an, einen Deutschkurs für Kinder zu halten. "Bei der Volkshochschule können Deutschkurse beantragt werden", wusste Angelika Würner von der AWO. Zur Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln gebe es einen Zuschuss von 500 Euro. Um mit dem Kemnather Kinderschutzbund gezielt helfen zu können, wollte Stadträtin Jutta Deiml genau wissen, wo die Asylanten untergebracht sind.

"Asylbewerber sollten feste Ansprechpartner haben, die sich um sie kümmern und sie auch an ihren Wohnorten aufsuchen", meinte Arina Schultes. Würner, die sich in der Betreuung der Flüchtlinge sehr engagiert, hob besonders die enge Zusammenarbeit mit Maria Staufer von der Caritasstelle in Tirschenreuth hervor. "Wir machen auch Hausbesuche", gab Staufer bekannt.

Für Patenschaften

Bürgermeister Nickl sagte die Unterstützung der Stadt Kemnath zu. Vermieterin Margit Murr nimmt in Hahneneggaten Kleidung und andere Sachspenden entgegen, die sie an die Flüchtlinge verteilt. Für deren Kinder, die in die Schule gehen, wollen sich Heidrun Schelzke-Deubzer und Carola Reger besonders einsetzen. "Es wäre sinnvoll, Patenschaften zu organisieren", regte Schelzke-Deubzer an. Stadtrat und SVSW-Vorsitzender Wolfgang Weber suchen nach Möglichkeiten, den Sportverein mit einzubeziehen.
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