Neubau Bahnbrücke

Die neue Bahnbrücke bei Lenau ist nach kurzer Sperre bereits für den Zugverkehr freigegeben. Bild: ak

In viermonatiger Bauzeit erneuerte die Deutsche Bahn AG die Eisenbahnüberführung in der Nähe von Lenau. Die marode Natursteinbrücke auf der Bahnstrecke Nürnberg-Schirnding wurde durch eine neue Vollrahmenbrücke aus Stahlbeton ersetzt. Doch die Vollsperrung bleibt noch länger bestehen.

Die Firma Markgraf begann nach der Vollsperrung der Bahnstrecke mit dem Abriss des alten Brückenbauwerkes. Die Baufirma nutzte ein verkehrsarmes Wochenende zum Einschub der neuen Stahlbetonbrücke. Mittels Hydraulikstempeln wurde sie angehoben und an ihren Bestimmungsort geschoben. Dabei gingen die folgenden Schotterbett- und Gleisbauarbeiten zügig voran. Am Dienstagmorgen nahm die Deutsche Bahn AG ab 4.40 Uhr den Zugverkehr behinderungsfrei wieder auf. Während der Sperrung der Bahnstrecke war eine Bahn-Bus-Verbindung zwischen Neusorg und Speichersdorf eingerichtet worden. Aufgrund der starken Zugverkehrsfrequenz auf dieser Strecke hatte sich die DB-Netz AG für den Bau als Einschubbrücke entschieden. Deren lichte Weite beträgt fünf und die lichte Höhe vier Meter. Das gesamte vor Ort gefertigte Brückenbauwerk ist auf eine Stützweite von 5,60, eine Gesamtlänge zwischen den Endlagern von 6,20 Metern und einer Gesamtbrückenfläche von rund 52 Quadratmetern ausgelegt. Mit Flügelmauern und -wänden stützt die neue Betonbrücke den Bahnkörper beidseits der Straßenführung ab. Das Bauvorhaben kostet rund eine Million Euro.

Das neue Brückenbauwerk wurde in einer rund 600 Quadratmeter großen Baugrube auf der Nordseite der alten Bahnbrücke betoniert. Dort entstand in Betonbauweise auf einer Betonplatte das rund 600 Tonnen schwere Stahlbetonbauwerk. Die Betonplatte diente als Einschublager. Insgesamt wurden rund 500 Kubikmeter Beton verbaut. Das Baumaterial samt Baustahl und Beton wurde über die an die Staatsstraße 2665 angebundene Gemeindeverbindungsstraße antransportiert. Während der noch bis April andauernden Bauzeit ist eine vollständige Sperrung der Wegeverbindung notwendig. Dabei müssen vor allem die Anbindungen auf beiden Seiten neu hergestellt werden.

Die Umleitungsstrecken über Kulmain und die Gemeindeverbindungsstraße zum Waldsee bleiben erhalten. Im Zuge des Brückenbaus wird auch die das Flurwasser ableitende Kanalleitung unterhalb des Brückenbauwerkes und des Bahndammes erneuert. Für das geplante Glasfaserkabel von Lenau nach Frankenreuth und die vorhandene Niederspannungs-Stromleitung werden neue Leerrohre in das Brückenbauwerk eingebaut.

Nicht nur die Verkehrsteilnehmer, sondern auch im Umfeld beheimateten Tiere mussten Eingriffe in ihren Lebensraum in Kauf nehmen. Für Fledermäuse, Amphibien und sonstige Bewohner des verbuschten Bahndammbereiches wurden nach dem Naturschutzgesetz während der Bauzeit Ausweichquartiere angeboten. Mit alternativen Unterschlupfmöglichkeiten entlang des Bahndammes versuchte man, die Lebens- und Ruheräume mit Stein- und Ast-Haufen auf der Südseite der Bahnstrecke auszugleichen.
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