Neue Brücke einschieben

Zusammen mit Vertretern der Firma Markgraf besprach Bürgermeister Günter Kopp (links) den Ablauf für die Erneuerung der Eisenbahnbrücke bei Lenau (im Hintergrund). Bild: ak

Die Lenauer, Grundstücksbesitzer und Landwirte im Bereich der östlichen Bahnbrücke sowie manche Pendler müssen sich auf eine längere Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße Lenau-Staatsstraße 2665 einstellen. Aber auch andere Bewohner der künftigen Baustelle müssen sich umstellen.

Seit über einem Jahr plant die Deutsche Bahn Netz AG die Erneuerung dieser Eisenbahnüberführung. Die marode Natursteinbrücke auf der Bahnstrecke Nürnberg-Schirnding mit einem Körper aus Beton- und Stahlteilen soll durch ein Vollrahmenbauwerk aus Stahlbeton ersetzt werden.

Für eine Million Euro

Aufgrund der starken Verkehrsfrequenz auf dieser Strecke hat sich die DB-Netz AG für den Bau als Einschubbrücke entschieden. Die lichte Weite wird fünf, die lichte Höhe vier Meter betragen. Das gesamte vor Ort zu fertigende Bauwerk ist auf eine Stützweite von 5,60, eine Gesamtlänge zwischen den Endlagern von 6,20 Metern und einer Gesamtbrückenfläche von rund 52 Quadratmetern ausgelegt. Mit Flügelmauern und -wänden stützt die neue Betonbrücke den Bahnkörper beidseits der Straßenführung ab. Das Vorhaben kostet rund eine Million Euro. Die Arbeiten übernimmt die Firma Markgraf.

Bei einem Vororttermin stimmten sich die Vertreter der Bahn, der Firma Markgraf und der Gemeinde als Straßenbaulastträger ab. Die rund 600 Quadratmeter große Baugrube für die neue Brücke wird auf der Nordseite des alten Bauwerks erstellt. Dort entsteht auf einer Betonplatte die rund 600 Tonnen schwere Stahlbetonkonstruktion. Die Betonplatte dient später als Einschublager. Insgesamt werden rund 500 Kubikmeter Ortbeton verbaut. Das benötigte Material wird über die an die Staatsstraße 2665 angebundene Gemeindeverbindungsstraße antransportiert.

Während der Bauzeit ist zwischen Anfang August und Ende November eine vollständige Sperrung der Wegeverbindung notwendig. Umleitungsstrecken für Landwirte über die Lenauer Hut und für sonstige Verkehrsteilnehmer über die Gemeindeverbindungsstraße zum Waldsee sind unumgänglich. Im Zuge des Brückenbaues wird auch die das Flurwasser ableitende Kanalleitung unterhalb des Bauwerkes und des Bahndammes zunächst umgelegt und anschließend erneuert.

Durch die künftige Brücke soll zudem das neue Leerrohr für das geplante Glasfaserkabel von Lenau nach Frankenreuth und die bereits vorhandene Niederspannungsstromleitung geführt werden.

Fledermäuse ziehen um

Aber nicht nur die Verkehrsteilnehmer, sondern auch die im Umfeld beheimateten Tiere müssen Eingriffe in Kauf nehmen. Für Fledermäuse, Amphibien und sonstige Bewohner des verbuschten Bahndammbereiches müssen nach dem Naturschutzgesetz während der Bauzeit Ausweichquartiere entlang des Bahndamms angeboten werden. Dies erfolgt mit Stein- und Asthaufen auf der Südseite der Bahnstrecke.

Die fertige Einschubbrücke wird Ende Oktober - um das Wochenende der Herbstferien samt Feiertag am 1. November auszunutzen - mittels Hydraulikstempeln angehoben und eingeschoben. Tags zuvor erfolgt der Abriss der alten Bahnbrücke. Erfahrungsgemäß wird die Bahnstrecke für rund drei Tage gesperrt. Ersatzweise werden in dieser Zeit Busse eingesetzt.
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