Neue Informationen aus dem Landratsamt zur geplanten Wasserreinigungsanlage auf dem ...
Wenn Sanierung, dann bitte gründlich

Ab März baut der Landkreis auf dem Gelände der Polizeiinspektion eine Grundwassersanierungsanlage. Sie soll Schadstoffe herausfiltern, die vor vielen Jahren auf dem benachbarten Bulag-Grundstück (Bahnhofstraße 2) durch die chemische Reinigung Novetta in den Boden gelangten. Das hat das Landratsamt am Dienstag bekanntgegeben (wir berichteten).

Auf Nachfrage der SRZ erklärte Landkreis-Pressesprecherin Christine Hollederer nun weitere Einzelheiten der Sanierung. Etwa zum zeitlichen Ablauf: Das Areal sei seit 2004 untersucht worden. Dabei habe man festgestellt, dass die Verunreinigung mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) "die wasserungesättigte und wassergesättigte Bodenzone sowie auch das Grundwasser selbst" betreffen. Die Sanierung der ungesättigten Bodenzone habe man 2009 begonnen. Hier seien bisher durch Bodenluftabsaugung rund 4000 Kilogramm LHKW ausgefiltert worden.

"Wegen der komplexen geologischen und hydrogeologischen Situation nahmen die Erkundungsmaßnahmen lange Zeit in Anspruch", betont Christine Hollederer.

So erklärt sich auch, warum die Sanierung des Grundwassers erst jetzt beginnt. Die Sanierungsplanung laufe schon länger, seit September 2012 mit weiteren Untersuchungen zur "Verifizierung der geologischen/hydrogeologischen Modellvorstellungen und andererseits zur weiteren Erkundung der Schadstoffsituation mittels Errichtung weiterer Grundwassermessstellen im Grundwasserabstrom und deren Untersuchung". Soll wohl heißen: Wenn man schon Geld für die Sanierung ausgibt, dann möchte man durch umfangreiche Voruntersuchungen sicherstellen, dass sie tatsächlich effektiv ist.

Die Pressesprecherin klärte auch noch einige weitere Fragen:

Mit welchen Stoffen ist das Grundwasser konkret belastet?

Insbesondere mit Tetrachlorethen (auch Per genannt). Dieser Stoff wurde in einer sanierungsrelevanten Größenordnung auch schon in der Bodenluft nachgewiesen.

Wie viel kostet die Anlage zur Sanierung des Grundwassers?

Man geht von 450 000 Euro Gesamtkosten aus. Das umfasst auch den Anschluss an acht bestehende Grundwasserpegel über eine Druckleitung sowie die Leitung, um das gereinigte Grundwasser in den Regenwasserkanal im Neumühlweg zu bringen.

Wer muss das bezahlen?

Der Landkreis als Auftraggeber. Die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern fördert aber zu 75 Prozent.

Was ist ein Grundwasserpegel?

Eine Grundwassermessstelle, die sowohl die Verteilung des Wassers als auch Veränderungen und die Qualität aufzeichnet. Das verunreinigte Grundwasser wird von hier aus zur Reinigungsanlage gepumpt.
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