Neuer Brunnen schafft Sicherheit

Wasser fließt nicht selbstverständlich aus dem Hahn. Damit die Versorgung auf sicheren Beinen steht, wird neben dem laufenden Neubau des Wasserwerks auch das Brunnenkonzept zukunftstauglich gemacht.

Wernberg-Köblitz. (cv) Bürgermeister Georg Butz und die Verwaltung stellten die Konzeption im Marktrat vor. Wasserwirtschaftsamt, Planer und Marktgemeinde haben bereits verschiedene Varianten für eine tragfähige Brunnenkonzeption durchgespielt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein Neubau des Brunnens 3 etwa 150 Meter westlich des bisherigen Standortes die sinnvollste Lösung ist. Der neu zu bohrende Brunnen 3a bietet den Vorteil, dass zumindest während der Bauzeit der bestehende Brunnen 3 weiter genutzt werden kann. Er steht auch später als "Notbrunnen" - ein Brunnen muss sich alle 15 Jahre regenerieren - und zu Rückspülzwecken im Wasserwerk zur Verfügung. Während der gesamten Bauzeit wäre die Versorgungssicherheit in der Marktgemeinde gewährleistet.

Gegen schnelles "altern"

Eine Verlegung des Standortes um 150 Meter hätte wohl auch auf die Einzugsgebiete - insbesonders auf den Brunnen des Zweckverbandes Neunaigen-Kemnath - keine Auswirkung, zumal die Anströmung aus süd-südwestlicher Richtung erfolgt, erläuterte Bauamtsleiter Stefan Ott. Ein weiterer positiver Aspekt: Wenn man "den Dreier" weiterhin zum Rückspülen in der Hinterhand hat, werden die Brunnen 3a und 4 geschont. Sie "altern" dann nicht so schnell. Fazit: Mit jeweils einem dieser Brunnen kann die notwendige Wasserversorgung für den Markt bestritten werden. Wie lange Brunnen 3 allerdings noch funktionsfähig zur Verfügung steht, kann zeitlich nicht eingegrenzt werden. Früher oder später werden 30 000 Euro an Rückbaukosten anfallen.

Diese Strategie setzt natürlich voraus, dass beim neuen Standort für Brunnen 3a auch genügend Grundwasser vorgefunden wird. Laut Butz ist das Angebot in der vorherrschenden geologischen Beschaffenheit erfahrungsgemäß "sehr gut".

Nächstes Jahr 450 000 Euro

Die Kosten für den neuen Brunnen sind in diesem Haushaltsjahr mit 50 000 und im nächsten Etat mit 450 000 Euro berücksichtigt. Er ist in ein Gesamtkonzept integriert, der mit Wasserwerk und Hochbehälter mit insgesamt 5,7 Millionen Euro netto - auf mehrere Jahre verteilt - zu Buche schlägt. In die von den Bürgern zu zahlende Umlage ist das bereits einberechnet.

Der aufgegebene Brunnen 1 kann als Grundwassermessstelle weiter betrieben werden. Das ist mit Blick auf das östlich des Brunnens 3 gelegene Industriegebiet durchaus sinnvoll. Der immerhin schon seit 2004 eingestürzte Brunnen 2 muss von der Kommune zurückgebaut werden.

"Bauen müssen wir", stellte Christian Liebl kurz und bündig fest. Der Markt könne kein neues Wasserwerk errichten, "und dann keinen Brunnen". Und die Zeit drängt, ist doch Brunnen 3 laut Stefan Ott in einem "nicht mehr so guten Zustand". Der Marktrat war mit der Umsetzung vom Brunnenvariante 3a einverstanden.
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