Neuer Glanz für Gotteshäuser

Nun erstrahlen die größten Kulturschätze der Stadt auf ultravioletter Glanz-lackierung. Im Auftrag der katholischen Kirchenverwaltung konzipierte der Regensburger Professor Dr. Peter Morsbach neue Kirchenführer für die Stadtpfarrkirche St. Laurentius und für die Maria-Hilf-Bergkirche. Ab sofort sind die kleinen Kunstwerke für zwei Euro im Pfarrbüro erhältlich.

Bei einer Präsentation der neuen Flyer mit Stadtpfarrer Thomas Jeschner, Kirchenpfleger Dieter Kies und Verlagsrepräsentant Dr. Hubert Kerscher sprach Prof. Dr. Peter Morsbach vom MorsbachVerlag Regensburg von einer "abschließenden Krönung großer Werke". Der Wissenschaftler bezog sich dabei auf die wiedergewonnene Identität der Pfarrkirche und mit Blick auf die Wallfahrtskirche auf die Rückgewinnung eines stillen Meisterwerks des Oberpfälzer Rokokos.

Die farbenprächtigen Bilder stammen von Verlagsfotograf Gerald Richter, einem der führenden Kunstfotografen Süddeutschlands. Auf sechs Seiten beschreibt Morsbach die Geschichte der spätgotischen Stadtpfarrkirche und widmet sich der kunstvollen Ausstattung des Innenraumes. Dabei hat der Experte viel zu erzählen, blieben doch aus früheren Zeiten, insbesondere nach der ab 1962 reduzierten historischen Ausstattung, nur das Chorgestühl und das Renaissance-Epitaph für Caspar Köferl erhalten.

Neuschöpfungen prägen nun das Kirchenschiff. Als teilweise Rekonstruktion der alten Ausstattung beeindruckt seit 1987 die Neuschöpfung des Hochaltars, einem Meisterwerk Südtiroler Schnitzkunst von Wilhelm Senoner, der auch Volksaltar und Ambo schuf. Diese Rückbesinnung auf den Stil des späten 16. Jahrhunderts war auch in den letzten Jahren die Triebfeder, den Marienaltar unter Verwendung älterer Bestandteile zu restaurieren.

2011 folgte die Nachschöpfung und Wiederanbringung der neugotischen Kanzel mit den Halbfiguren der vier Evangelisten. "Mit diesen Ergänzungen hat die Laurentius-Kirche wieder ein geschlossenes Innenraumbild im Sinne des späten 19. Jahrhunderts erhalten", urteilte der Wissenschaftlicher. Morsbach schwärmte von einer neugewonnenen Intimität und Spiritualität der Hauptkirche und Kies ergänzte den künstlerischen "Höhenflug" mit Hinweisen zum Einbau einer neuen Orgel aus der Spezialwerkstatt der Firma Sandtner.

Der Reichtum der Bergkirche wird erst im Inneren des ehemaligen Wallfahrtszentrums sichtbar. Ein lichter Saal mit prachtvoller Altarwand empfängt die Besucher, schildert der Verfasser des Bergkirchen-Führers seine ersten Eindrücke. Ein feines klassizistisches Gitter bannt den Blick, um dann von dem wirkungsvollen Kontrast des Stuckdekors, dem Chorgewölbe und der reichen Ausstattung begeistert zu werden. Die prachtvolle Kulisse der drei Altäre betrachtet Morsbach als eine "Bühne des Heiligen Theaters", die der barocken Theaterkultur entliehen wurden.

Zu dieser Inszenierung zählt er auch die vornehme barocke Kanzel. In dieses virtuose Gesamtbild einschließlich der Deckengemälde der Himmelfahrt Mariens und Maria als Himmelskönigin und der aus dem Ersten Weltkrieg entstandenen Glasfenster bezieht der Wissenschaftler das Wallfahrtsbild mit Baldachin im Zentrum des Hochaltars ein. Das Bild ist eine Kopie des Amberger Mariahilf-Bildes von 1654, das 1514 durch Lukas Cranach entstand und im Original die Innsbrucker Jakobskirche schmückt. Für wertvoll hält Morsbach auch den Tabernakel am Hochaltar. Der Autor des Heftchens bezeichnet die Schnitzkunst dieses künstlerischen Kleinods als "meisterhaft".

Zu den Kulturschätzen gehört auch ein edler Prospekt, begründete Stadtpfarrer Thomas Jeschner die Neuauflage der Kirchenführer nach der umfangreichen Restaurierung der Gotteshäuser. Je 1.500 Exemplare stehen der Ortskirche zur Verfügung. Als Unkostenbeitrag erhebt das Pfarrbüro zwei Euro. Ein günstiger Preis, wie Peter Morsbach bemerkte: "Schon eine Grußpostkarte kostet mehr".
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