Neuer Mut für den Familienalltag

Jürgen Kundrat und sein Sozialpädagoginnen-Team (hinten von links) Birgit Strätker, Susanne Thoma, (unten von links) Maria Staufer und Praktikantin Theresa Lober unterstützen Familien in schwierigen Situationen. Bild: lli

Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Eine umfangreiche Betreuung können manche aufgrund verschiedenster Probleme jedoch nicht gewährleisten. In diesen Fällen hilft die Caritas.

Tirschenreuth.(lli) Neben den ambulanten Diensten der Jugendhilfe bietet der Kreisverband jedes Jahr auch ergänzende Gruppenangebote für die betreuten Familien an. Neu ins Leben gerufen wurde die "Mut-mach-Gruppe" für Kinder mit psychisch kranken oder belasteten Elternteilen. "Besonderes Augenmerk lag hierbei auf den Kindern. Uns war es wichtig, einen Abstand zur Situation zu Hause herzustellen und die Teilnehmer zu entlasten", betonen die Sozialpädagoginnen Maria Staufer und Kollegin Susanne Thoma.

"Es war unser Anliegen, die Jungen und Mädchen in ihrem Kindsein zu bestärken. Sie sollten während der Gruppenstunden eine unbeschwerte Zeit genießen und über alltägliche Situationen reden können. In den wöchentlichen Treffen lernten die Grundschüler unter anderem durch Gespräche und Spiele, ihre Sozialkompetenzen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken."

Mit einer derart guten Resonanz hätte niemand im Vorfeld gerechnet: "Ich denke, dass wir das Thema mit der nötigen Diskretion, aber auch Offenheit für die jeweiligen psychischen Einzelfälle behandelt haben. Letztendlich haben sowohl Eltern als auch Kinder von dem Angebot profitiert", erklärt Jürgen Kundrat, Kreisgeschäftsführer der Caritas.

Ein weiteres Highlight des vergangenen Jahres war das Kinder-Yoga. Unter dem Motto "entspannt und beweglich, statt gestresst und verkrampft" fanden sich im Caritas-Kinderhort Mitterteich und im Kolpinghaus Erbendorf Jungen und Mädchen zusammen, um mit Yogaübungen ihre Konzentration und ihr Körpergefühl zu verbessern.

Austausch im Elterncafé

Aber nicht nur um die Kinder kümmerte sich die Caritas, auch das elterliche Wohlbefinden stand im Vordergrund. So erfreut sich das Elterncafé großer Beliebtheit. "Eltern können hier Kontakt zu anderen Betroffenen herstellen. Zu sehen, dass nicht nur sie alleine in einer schwierigen Situation stecken, hilft den Familien oftmals sehr", erläutert Diplom-Sozialpädagoge Kundrat.

Bei lockerer Atmosphäre und einem gemütlichen Frühstück tauschten sich Eltern und Betreuer über erzieherische Themen und Probleme im Familienalltag aus. "Wir zeigen beispielsweise den Eltern wohnortnahe Freizeit-Möglichkeiten, damit sie den Familienalltag besser gestalten können. So versuchen wir, den nötigen Motivationsanstoß zu geben, etwas gemeinsam zu unternehmen", beschreibt Maria Staufer. So organisierte die Caritas unter dem Leitmotiv "Warum in die Ferne schweifen?" den Familien-Freizeittag im Bärnauer Geschichtspark.

Info-Abende

Aber auch Fachvorträge kommen nicht zu kurz. Bei einem Elterncafé-Termin informierte Diplom-Sozialpädagoge Philipp Reich vom Medienzentrum "T1" über den alltäglichen Umgang mit dem Internet. Besonderes die Frage "Was kann ich meinem Kind im Internet erlauben?" stand im Vordergrund. Die Verantwortlichen sind sich einig: "Derartige Informationsveranstaltungen kommen immer gut an. Vor allem für Mütter stellt das Elterncafé einen willkommenen Ausgleich dar."

Statistik spricht für sich

Dass immer mehr Familien Hilfe in Anspruch nehmen, zeigt auch die Statistik der sozialpädagogischen Familienhilfe und der Erziehungsbeistandschaften: "Auffallend ist, dass wir viele junge, alleinerziehende Mütter betreuen, die oftmals mit psychischen Belastungen oder auch Suchtproblemen zu kämpfen haben. Auch Patchwork-Familien nehmen immer wieder unser Hilfsangebot in Anspruch", so Maria Staufer. "Bei Familien, die sozialpädagogische Unterstützung bekommen, wird die ganze Familie mit eingebunden." Die Sozialpädagoginnen stehen den Betroffenen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite und helfen bei der Lösung von Problemen.

Bei den Erziehungsbeistandschaften hingegen steht die Verselbstständigung des heranwachsenden Kindes im Vordergrund. "Es geht um Jugendliche, die aufgrund unterschiedlichster Problematiken betreut werden müssen. Schwierigkeiten in der Schule oder mit den Eltern, aggressive Verhaltensweisen oder psychische Belastungen sind nur einige Dinge, mit denen wir immer wieder konfrontiert werden", so die Caritas-Mitarbeiter. Das Fazit, das die Sozialpädagogen ziehen, ist ziemlich positiv: "Zum Glück wird den Menschen immer mehr bewusst, dass man sich für Hilfe nicht schämen muss."
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.