Neuer Sound im Autohaus

Musik erklingt überall - in Konzertsälen und Kirchen, auf Festen und zu Hause. Musik in einem Autohaus ordnet man eher den Tönen aus dem Radio zu. Nicht bei Opel Richter in Eschenbach. Der "Opelianer" öffnete seine Ausstellungshalle für Originaltöne aus Trompete, Alphorn, Marimba und Klarinette.

"Entdecke den Opel Insignia", hieß es auf dem großen Transparent, das vom Glasdach hing. Ein bisschen abseits wartete ein hellblauer "Karl" auf Kundschaft, gleich daneben lud ein geländegängiger Mokka zur Probefahrt. Alles ganz normal in einem Autohaus. Wenn sich da nicht zwischen den glitzernden Karossen eine Musikgruppe der Extraklasse präsentiert hätte, ohne Preisschilder aber musikalisch voluminös mit gewaltiger Power und dann wieder im gefühlten neunten Gang, weich, dynamisch, zärtlich, rasant. Und: Die Fahrzeughalle erwies sich als Räumlichkeit mit akustischem Potenzial, als Benno Englhart (Grafenwöhr), Klaus Rosner (Konnersreuth) und Markus König (Weiden) so richtig Gas gaben.

Konzerte in Südkorea

Eines der technisch anspruchsvollsten Werke für Trompete überhaupt stand gleich zu Konzertbeginn auf dem Programm. Mit warmem Ton und technisch ausgereift brillierte Benno Englhart beim Bravourstück "Karneval von Venedig" von J.B. Arban. Die liebliche Melodie des Themas steigerte sich in acht Variationen zu einem atemberaubenden virtuosen Finale. Klaus Rosner übernahm mit seiner Marimba den Klavierpart und harmonierte zur Trompete. Danach verzauberte Klaus Rosner das Publikum. Bei "Nancy" von Emmanuel Séjourné und "Ein Liebeslied" von Neboijsa Jovan Zivkovic zeigte sich Rosner gefühlvoll wie eh und je. Ein Erlebnis, ihm bei seinem atemberaubenden "Wirbeln" mit vier Schlägeln zu hören und zu sehen.

Nach dem lyrisch gemäßigt modernem "Aubade" von Cyrill James Squire, der einzigen Originalkomposition des Abends für Trompete und Marimba, erklangen fortan Arrangements von Benno Englhart, speziell für dieses homogene Duo. Beim "Grafenwöhrer Ländler" für Alphorn und Klarinette stellte Englhart seinen weiteren Partner, den Weidener Klarinettisten Markus König, vor. Mit ihm wirkt der Grafenwöhrer auch beim Ballhausorchester von Peter Wittmann. Die prächtige Melodienfolge überzeugte vollends. "Sehnsucht nach der Ferne" hieß ein weiteres Stück in der außergewöhnlichen Besetzung Alphorn und Klarinette, die eine begeisterte Hörerschaft beeindruckte. Der Beitrag gehörte zur Generalprobe für die anstehende Konzertreise nach Südkorea. Bekannte Floskeln des Alphorns mit jazzig angehauchter Klarinettenstimme betonten den Charakter des Stücks, alles Eigenkompositionen.

Nun brillierte wieder Klaus Rosner mit der Marimba. Beeindruckend die Spielweise und Intensität der weiteren Solo-Stücke "Präludium in e-Moll" (Ney Rosauro) und "Les Violons Morts" sowie "Iljas" von N.J. Zivkovic. Deutlich war das Signal zur bevorstehenden Konzertreise. Die Künstler experimentierten mit der Eigenkomposition einer koreanischen Hymne. Das dargebotene "Seoul-Ariang" wurde zu einer Verneigung an die koreanische Hauptstadt. Mit dem Arrangement huldigten die Musiker auch einem eigens aus Wien angereisten koreanischen Freund.

Zugabe garantiert

Bei dem temperamentvollen "Tijuana Taxi" von Herb Alpert, arrangiert von Englhart, animierte die Gruppe das Publikum recht erfolgreich, als "Schlagzeuger" mitzuwirken. Der Funke der Begeisterung war zu diesem Zeitpunkt längst bei den Besuchern angekommen. Dem feurigen Schlussakkord folgte eine Zugabe mit Gänsehaut-Feeling. Einfühlsam "jazzten" sich die Musiker mit "Amazing Grace" für Trompete, Alphorn, Klarinette und Marimba in die Herzen der Hörerschaft.
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