Neues Leben in alter Schmiede

So ändern sich die Zeiten: Früher waren es gstandne Mannsbilder, heute sind auch zierliche Frauen als Hufschmied im Einsatz. Bild: pop
Einen Einblick in das Leben auf dem Land und das eines Dorfschmieds gab der Tag des offenen Denkmals in Winbuch: Hier öffnete die alte Schmiede nicht nur, damit man mal hinabschauen konnte, sondern sie wurde auch mit Leben erfüllt. So konnte man beispielsweise einem Hufschmied bei der Arbeit zuschauen. Ohne Ross ging einst auf den Bauernhöfen gar nichts. Zwar wurden auch Ochsen als Zugtiere eingesetzt, aber das Pferd war für die landwirtschaftliche Arbeit und im Wald unersetzlich.

Ein ehemaliger Landwirt erinnert sich noch, wie in seiner Kindheit das einzige Ross auf dem Hof verendete: Das Geld war damals bei den Oberpfälzer Kleinbauern knapp, der Verlust des meist einzigen Pferdes bedeutete also einen echten Notstand. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es nicht so einfach, einen Kredit zu bekommen. So blieb der Bauersfamilie nichts anderes übrig, als Ackerland zu verkaufen, um sich wieder ein Pferd anschaffen zu können.

Georg Höfler erzählte, dass der Hufschmied mit den Pferden nicht zimperlich war. Heute sei so ein Tier ein "Freizeitpferd", mit dem man pfleglich umgehe. Bei der Vorführung "Gaul beschlagen" konnte man viel über die Arbeit der Hufschmiede erfahren. Vieles hat sich gar nicht sehr verändert - anderes schon: Wer in Winbuch einen stämmigen männlichen Hufschmied erwartete, hatte sich gründlich getäuscht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Winbuch (206)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.