Neues und Altes mischen

Dunkles Lila liegt im Trend. Die IVI Collection kombiniert die Farbe mit Blumenranken. Bild: IVI Collection

Die Sommermode sprengt fast die Farbpalette: Man sieht Töne, die strahlen wie Sommerblumen, aber auch sanftes Braun und Beige, wie es in der heißen Steppe zu Hause ist. Und wem das zu bunt wird, der darf im Sommer 2015 sogar zu Grau greifen. Ein paar Trends für die Frauen.

Wie spannend wird der Frühling und der Sommer? Was die Frauenmode betrifft: Extrem spannend. Denn was die Designer auf den Laufstegen von Paris bis New York an Ideen für diese Saison präsentierten, ist äußerst vielfältig und farbenfroh. Und die Laufstege allein spiegeln die Trends gar nicht mehr wieder: "Im Netz, in Onlinemagazinen, in Styleguides und in Blogs wird eine ganz andere Mode propagiert, als die, die wir teilweise im Handel vorfinden", erklärt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut (DMI) in Köln. "Da haben ganz andere Trends Bedeutung und Anhänger." Das wiederum beeinflusst die Designer, die diese Inspirationen in die nächsten Kollektionen einfließen lassen.

"Wer am Ende wen prägt, weiß man gar nicht mehr genau", sagt auch Andrea Lakeberg, Personal Shopperin aus Berlin. "Designer und Magazine greifen auf, was auf der Straße passiert. Dort wird aber das getragen, was in den Geschäften verfügbar ist, und mit vorhandenen Sachen kombiniert." Wo früher vielleicht zwei, maximal drei Haupttrends pro Saison entstanden, sind es heute deutlich mehr. Was heißt das nun für Frauen in der anstehenden Saison?

Zebra und Leopard

Es gibt immerhin große Trends zur Orientierung. Das Deutsche Mode-Institut hat sich zum Beispiel auf das farbenfrohe Thema "Rhythm & Art" festgelegt. "Ein energetischer Stil einer Weltkultursprache, in der ganz unterschiedliche Einflüsse kollagenartig miteinander verbunden werden", erklärt Müller-Thomkins. Hier sieht man viele Muster, Zebrastreifen treffen auf Leopardenpunkte und fröhliche Ethno-Ornamente.

Ein anderer Trend nennt sich "Poison & Paradise", also Gift und Paradies. Hier treffen kraftvolle auf düstere Töne. Dunkles Lila, Tannengrün, tiefe Blautöne werden verwendet, Streifen- und düstere Dschungelmuster gehören dazu.

Pastellfarben sowie luftige, teils durchsichtige Stoffe, aber auch Kollagen mit bunten Pop-Art-Motiven prägen das Thema "Body & Science". In diesem Bereich erinnern viele Stücke an Sportmode. Auch abstrakte Muster werden gefragt sein, genauso wie schimmernde Textilien in Silber - sie fasst das DMI zum Thema "Strict & Sensual" zusammen. Die letzteren beiden setzen eher auf Zurückhaltung, auf moderne Klarheit, kühlen Charme und futuristische Materialien.

Die Palazzo-Hose

Die Hamburger Designerin Ritchie Karkowski sieht den Sensual-Trend vor allem an Frauen, die lässige, zurückhaltende, aber sehr moderne Mode mögen. "Dagegen ist Body & Science ideal für sportliche, athletische Frauen." Allerdings macht heute kaum noch eine Konsumentin einen Trend in seiner ganzen Breite mit. Vielmehr werden einzelne Stücke gern mit schon Vorhandenem im Schrank kombiniert.

Ein wichtiges Kleidungsstück des Sommers soll die Palazzo-Hose mit weit geschnittenen Beinen werden. "Um diese Hose tragen zu können, sollte man allerdings groß und schlank sein", erklärt Lakeberg. "Kräftige Oberschenkel beispielsweise gehen bei Palazzo-Hosen überhaupt nicht." Wer zwar schlank, aber eher klein ist, kann den Trend trotzdem mitmachen - in diesem Fall einfach hohe Schuhe dazu tragen. "Darüber hinaus sieht es toll aus, wenn kleinere Frauen bei diesen Hosen auf einen hohen Taillenbund achten, weil dieser das Bein optisch verlängert", findet Karkowski.

Nun haben die wenigsten Frauen eine Modelfigur. Das Schöne aber ist: In dieser Saison gibt es für sie jede Menge toller Modeideen zu entdecken. "So sind asymmetrische Schnitte wieder total aktuell und lenken gleichzeitig geschickt von Problemzonen ab", nennt Karkowski ein Beispiel. Lakeberg spricht sich für Wickelkleider bei weiblichen Figuren aus: "Sie setzen Po und Busen toll in Szene und kaschieren kleine Pölsterchen." Ähnliches gilt auch für den Kaftan, der im Frühjahr und Sommer wieder vermehrt zu sehen sein wird.

Pastell und Naturtöne

Was die Farben angeht, so lautet das Motto: Alles ist erlaubt. Von zarten Pastellen wie Rosa und Mint über leuchtende Nuancen wie Royalblau bis hin zu Naturtönen ist alles zu finden. Allerdings sollten pastellfarbige Stücke nicht mädchenhaft, sondern erwachsen wirken. Das gelingt durch den richtigen Schnitt, ein gelungenes Modebeispiel dafür sind elegante Etuikleider in Rosa.

Vielfältig sind auch die Muster. Es gibt sie in allen vorstellbaren Varianten. Grafisch-moderne Variationen, die teilweise an abstrakte Kunst erinnern, werden im Sommer ebenso zu sehen sein wie tropische Blüten oder Fantasiemuster. Vogel- und andere Tiermotive sind ein beliebtes Motiv auf Blusen und Kleidern.
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)Köln (556)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.