Nicht alle mögen die Halle

Bereicherung oder Belastung des Ortsbildes? Die Meinungen gehen auseinander über die Lagerhaus-Palettenhalle. Bild: bjp

Sonst gilt für Trabitzer Bürgerversammlungen: Viele Besucher - kaum Klagen. Ein Thema bewegte diesmal allerdings die Gemüter: die neue Palettenhalle am Lagerhaus. Als architektonisch einfühlsame Bereicherung wertete Raiffeisenbank-Vorstand Hermann Ott den Neubau. Das sehen nicht alle so.

(bjp) "Schuppen", "Bunker" oder "Berliner Mauer": Nicht eben schmeichelhaft waren die Urteile mancher Bürger. Spontanen Beifall erntete Herbert Landgraf mit seiner ausführlichen Kritik: Die Halle wirke zu klobig und massiv, was durch die dunkle Holzverkleidung noch unangenehm verstärkt werde. Auch stehe sie zu nahe an der Kurbersdorfer Straße, die hierdurch optisch unangenehm eingeengt werde.

Der Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Weiden Hermann Ott hatte mit Geschäftsführer Josef Scheidler von der Erbendorfer Raiffeisen-Markt Waren GmbH (RMW) die gemeinsamen Pläne für das Lagerhaus erläutert. Ott entgegnete den Vorwürfen, dass die Neubauten in Bauweise und Größe "heutigen Ansprüchen genügen" müssten: "Ohne ausreichend große moderne Zweckbauten wäre der Lagerhausstandort allenfalls für drei bis fünf Jahre zu halten gewesen. So aber haben wir ihn und ein wichtiges Stück des Lebens im Ort auf lange Zeit gesichert."

Zudem, so Ott, sei die Bank auf Anregungen von Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und Ortsplaner Klaus Stiefler eingegangen: "Das galt insbesondere für die Holzverkleidung, die nicht unbeträchtliche Zusatzkosten verursacht hat, aber sicherlich angenehmer wirkt als eine nackte oder metallverkleidete Wand. Der Standort Trabitz war uns das wert."

Die Wogen glättete Altbürgermeister Dieter Klein mit seiner Einschätzung, man sollte die Ausbauplanung "mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehen". Gewiss vergäbe sich die Bank nichts, wenn sie nochmals über eine gestalterische Optimierung der Neubauten nachdächte. So könnte eine kunstvolle Bemalung, etwa ein Landschaftspanorama, die etwas düster wirkende Palettenhallenwand längs der Kurbersdorfer Straße gefälliger gestalten.

Indes sollte man auch bedenken, dass alle baulichen Maßnahmen für die Aufwertung und langfristige Sicherung des Lagerhauses nötig gewesen seien, die für Ort und Gemeinde "ein Segen" sei: "Der Wirtschaftsstandort Trabitz wird gestärkt, die Nahversorgung verbessert und damit die Lebensqualität der Bürger erhöht." Hierfür und für die Entscheidung, das Lagerhaus an die RMW zu verpachten, die ein "zuverlässiger Partner" sei, verdiene die Raiffeisenbank den Dank der Gemeinde.

Das Schicksal das vor dem früheren "Weißen Haus" aufgestellten Wegkreuzes, das der Palettenhalle hatte weichen müssen, bewegte Johann Lehner. Bürgermeisterin Pepiuk konnte den Preißacher beruhigen: Das denkmalgeschützte Kunstwerk sei restauriert worden und werde im Zuge der weiteren Ortskernneugestaltung einen würdigen neuen Platz, vorzugsweise auf dem Heindlhof-Areal, erhalten. Als Vorarbeit für dessen Sanierung sei heuer eine Machbarkeitsstudie erstellt worden. Aus rechtlichen Gründen müssten nun die Architekten- und Ingenieurleistungen für die weiteren Ausbauarbeiten europaweit ausgeschrieben werden.

"Jetzt heißt es zum Einen, das Ergebnis dieser Ausschreibung abzuwarten, und zum Anderen, das Finanzierungskonzept zu erstellen", kündigte Carmen Pepiuk an. Sobald beides vorliege, würden die Ergebnisse in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt.
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