Nicht erst Unfall abwarten

Die Sympathiewerte für das Landratsamt Tirschenreuth sind im Gemeinderat Kastl um einige Punkte nach unten gefallen: Grund dafür sind zwei Entscheidungen der Behörde, die in der Sitzung des Gremiums auf wenig Gegenliebe stießen.

Kastl. (stg) Da war zum einen die Bauvoranfrage von Michael Hösl aus Reuth. Er möchte ein Einfamilienhaus im mediterranen Stil mit Garage errichten. Nach Aussage des Landratsamtes würde das Haus allerdings im Außenbereich liegen, Gründe für ein privilegiertes Bauvorhaben würden auch nicht vorliegen. Entsprechend könne keine Genehmigung erteilt werden.

"So nicht stehen lassen"

"Für mich liegt das Vorhaben nicht ausschließlich im Außenbereich", stellte Bürgermeister Josef Etterer dazu fest. Auch von einer Zersplitterung könne keinesfalls die Rede sein. Hans Walter (CSU) machte deutlich, dass sich das Landratsamt schon noch etwas ausführlicher äußern müsste, um die Gründe der Ablehnung zu erläutern. "Das können wir so nicht stehen lassen, dagegen müssen wir protestieren", sagte Walter.

In die gleiche Kerbe schlug auch Elisabeth Streng (FW), die die Begründung des Landratsamtes ebenfalls als "nicht nachvollziehbar" wertete. Notfalls müsse man es eben über eine Ergänzungssatzung versuchen, durch die mehrere mögliche Bauplätze ausgewiesen werden könnten. Der Bürgermeister kündigte eine erneute Kontaktaufnahme mit dem Landratsamt an.

Keine positive Nachricht gab es auch für die gewünschten Schilder mit einem Hinweis "Vorsicht Linksabbieger!" beziehungsweise "Überholverbot" auf der Staatsstraße auf Höhe von Senkendorf und Unterbruck. Begründet wurden diese Ablehnungen mit dem Verweis auf die Polizeiinspektion Kemnath, wonach es sich nicht um Unfallschwerpunkte handele. Das Gremium war einhellig der Meinung, dass man doch nicht immer erst auf einen Unfall warten müsse, um rechtzeitig zu reagieren. Etterer kündigte einen weiteren Vorstoß in einigen Monaten an.

Ja zu drei Bauanträgen

Zustimmung signalisierte das Gremium beim Bauantrag von Monika und Arnold Neuendorf in Reuth zur Errichtung eines Hühnerstalls mit Abstellraum im Dachboden. Auch Alexandra und Thomas Dippel können mit der Errichtung eines Einfamilienhauses in Kastl beginnen. Keine Einwände gab es zudem beim Antrag von Cindy Ketscher und Roland Wagner. Beide planen den Bau zweier Nebengebäude, einer Überdachung und einer neuen Stützmauer aus Naturstein zur Einfriedung.
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