Nicht jeder Weg wird bezahlt

"Rund 300 000 Euro investierte die Stadt alleine in diesem Jahr in die Infrastruktur von Wildenreuth", rechnete Bürgermeister Hans Donko bei der Bürgerversammlung vor. Straßen sollen weiter erneuert werden. Doch nicht alle, die es nötig hätten.

Als wichtigste Priorität soll innerhalb von maximal zehn Jahren die Straße von Neuenreuth nach Steinbach/B 22 mit einer Länge von 830 Meter ausgebaut werden. Ebenso die Verbindungsstraße von Wildenreuth nach Frodersreuth mit einer Länge von 780 Meter. Auch ist ein rund 2,3 Kilometer langes Teilstück der Straße von Wildenreuth Richtung Glashütte sowie knapp 500 Meter von der Abzweigung Glashüttener Berg Richtung Wildenreuth vorgesehen. Innerhalb von 11 bis 20 Jahren soll ein 1,1 Kilometer langes bereits ausgebautes Teilstück der Straße Wildenreuth-Glashütte sowie der Verbindungsweg von Sassenhof nach Neuenreuth mit 1,2 Kilometer gebaut werden.

Andere Wege dringender

Möglich macht den Ausbau das interkommunale Kernwegenetz der Steinwald-Allianz, in das einige Straßen von Wildenreuth aufgenommen wurden. Sie werden mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 Meter asphaltiert und beidseitig mit befestigten Randstreifen ausgebaut. Die Bürger Mario Strauß und Ernst Schieder-Grünbauer machten darauf aufmerksam, dass die Sanierung der innerörtlichen Wege, wie beispielsweise die Straße zum Friedhof oder der Weg zur Kläranlage, dringender sei. Auch der schmale Verbindungsweg von der Siedlung zum Friedhof sei zwar noch gut, für das heutige Verkehrsaufkommen aber nicht mehr ausreichend.

Bürgermeister Donko entgegnete, dass die innerörtliche Straße zum Friedhof nicht über das Kernwegenetz finanziert werden könne. Ein Ausbau wäre so nur durch Straßenausbaubeiträge möglich, für die zum Teil die Anwohner aufkommen müssten. Zum desolaten Weg zur Kläranlage führte der Bürgermeister aus, dass eventuell eine Förderung direkt über das Amt für ländliche Entwicklung möglich sei.

Zum schmalen Siedlungsweg äußerte sich Donko nur knapp: Die Problemstellung sei der Stadt bekannt. Er berichtete, dass beim Ausbau der Kreisstraße die Stadt viel Geld in die Hand genommen habe, auch um die Straßenbeleuchtung zu erneuern. 43 000 Euro ließ sie die Stadt vier Peitschenmasten sowie fünf Pilzleuchten kosten.

Winterdienst freiwillig

Donko ging auch auf den Breitbandausbau ein. Nach Wildenreuth sollen auch die Ortschaften Neuenreuth und Frodersreuth angebunden werden. Für circa 44 000 Euro wurden gut ein Kilometer Leerrohre für die Telekom verlegt. "Im Zuge der Erdverkabelung durch das Bayernwerk kamen Straßenunterhaltskosten für Bord- und Randsteine sowie Asphaltarbeiten in Höhe von 160 000 Euro auf die Stadt zu", so Donko. Nicht eingerechnet seien hier die rund 50 000 Euro für Wasserwerkausgaben im Straßenbereich.

Susanne Kropf fragte, ab wann der Winterdienst zu räumen habe. Innerorts bestehe gar keine Räumpflicht für die Kommune, entgegnete der Bürgermeister. "Es ist eine freiwillige Leistung der Stadt." Ab vier Uhr würden zuerst die Schulwege, dann alle anderen Wege geräumt.
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