Nicht mehr kontrollierbar

Fracking im Weidener Becken - Was ist Fracking und was hat das Freihandelsabkommen TTIP damit zu tun? Auf diese Fragen gab es Antworten beim Infoabend in der Gaststätte "D'Wirtschaft".

Altenstadt/WN. (fz) Eingeladen hatten ÖDP, Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative "Abgefrackt - Bündnis Weidener Becken gegen Fracking". ÖDP-Kreisvorsitzender Karlheinz Binner sagte im vollen Saal, dass es nicht nur darum gehe, die Gefahren des Frackings herauzustellen, sondern dieses auch in Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen zu bringen. Denn dann werde Fracking nicht mehr kontrollierbar, weil es an den Parlamenten vorbeigehe.

Ein Umweltrisiko

Das Vorhaben sage klar "Wirtschaft geht vor Mensch" und es verhindere die Energiewende. Über die Technik von Fracking, über Gründe für ein Verbot und über die rechtliche Situation in Deutschland referierte Werner Schubert vom Bund Naturschutz. Beim Fracking würden Wasser, Sand und je nach Fall auch giftige Chemikalien unter sehr hohem Druck in die Erde gepumpt. Dadurch werde Gestein aufgebrochen und Gas könne emporsteigen.

Diese Aufsprengung des Gesteins könne giftigem Tiefenwasser den Weg ins Grundwasser ermöglichen oder es könne sogar an die Erdoberfläche kommen und damit ein Umweltrisiko werden. Die Langzeitabdichtung der Bohrummantelung könne nicht garantiert werden.

"Fracking ist die Investition in eine Risikotechnologie", so Schubert. Die Aufsuchungslizenzen, die Firmen beantragen könnten, berechtigten dazu, fünf Jahre in einem Gebiet exklusiv nach Bodenschätzen zu suchen. Probebohrung bedürfe einer Extragenehmigung. Schubert zeigte eine geologische Darstellung des Weidener Beckens auf, in dem Schieferaufkommen für Fracking nicht abgebildet seien.

Stephan Müller, ein Pädagoge und Kenner der Situation in Rumänien, schilderte das rücksichtslose Vorgehen der Fracking-Firmen. Aus den Zuhörerreihen kam die Anmerkung, dass wohl der Grundstückseigner einverstanden sein müsse. Dies stimme, sagte Schubert. Allerdings habe man in Bayern viele Staatsforstgebiete und das könnte der Knackpunkt sein.

Kommunen mobilisieren

Hilde Lindner-Hausner nannte es unheimlich wichtig, die Bürgermeister und Gemeinden zu überzeugen, dass sie Messungen und Untersuchungen auf ihrem Gebiet nicht zuließen. Eine weitere Wortmeldung forderte dazu auf, die Politik zu zwingen, Folgekosten einzuberechnen, dann wäre die Sache schnell vom Tisch, weil es sich nicht rechne.

Sonja Schuhmacher, Pressesprecherin des Bündnisses, forderte, alles dafür zu unternehmen, dass Bayern dem Gesetzesentwurf zum Fracking im Bundesrat nicht zustimme. Sie legte eine entsprechende Petition an den Landtag vor. In der derzeitigen Form gewährleiste das Bergrecht nicht, dass die Interessen der Umwelt und der vom Abbau von Bodenschätzen betroffenen Menschen angemessen berücksichtigt würden.
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