Nicht "von der Stange"

Seit September wird der Krippentrakt genutzt, nun vollzogen André Fischer und Edmund Prechtl (von links) die Segnung: (von rechts) Kirchenpfleger Anton Murr, Architekt Hans Kneidl und Leiterin Barbara Krauthahn. Bild: bjp

Als Mensch wäre das Projekt "Kindergartenausbau" schon in der zweiten Klasse. Doch das siebenjährige, "steinige" Engagement hat sich gelohnt - da waren sich bei der Segnungsfeier alle einig.

Pressath. (bjp) Klarheit, Helligkeit, Dauerhaftigkeit, Zweckmäßigkeit, Kontakt zur Natur: Diese Prinzipien lägen dem neuen Kinderkrippentrakt im Sankt-Michaels-Kindergarten zugrunde, erläuterte Architekt Hans Kneidl bei der Segnung. Vor allem sollten Spiel, Kommunikation und schöpferische Intelligenz angeregt werden: "Kinder sollen ermuntert werden, die Welt spielend zu erobern und sich kreativ zu entfalten."

Dem Ziel dienten unkonventionelle Formen in dem Gebäude, das "keine Allerwelts-Kinderkrippe" sei, erklärte Kneidl den 50 Besuchern. Die Planer seien mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl einig gewesen, nicht nur "Gewöhnliches von der Stange" zu bieten. Als "Schlüssel" übergab der Architekt eine Skizze des Krippenbaus an Kindergartenleiterin Barbara Krauthahn, die ebenfalls sehr zufrieden ist.

Vielfältige Gruppen

"Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird immer wichtiger bei der Entscheidung zur Elternschaft", stellte Krauthahn fest. Kinderkrippe und Kindergarten leisteten zudem einen Beitrag zur Entfaltung sozialer und intellektueller Kompetenz. "Aus einer schönen Kindheit schöpft ein Mensch Kraft für die Zukunft." Besonders freue sich das Team über die Vielfalt der Kindergruppen: "Das macht unsere Aufgabe interessant."

Offenheit für Vielfalt bekundeten Kirchenstiftung, Kindergartenleitung und Stadt auch, indem sie das neue "Haus zum Spielen und Lernen" durch den katholischen Stadtpfarrer Edmund Prechtl und seinen Grafenwöhrer evangelischen Kollegen Dr. André Fischer ökumenisch segnen ließen. Prechtl nutzte die Gelegenheit, um allen Beteiligten zu danken. Er wünschte dem Personal eine glückliche Hand.

André Fischer lobte die ökumenische Atmosphäre im katholischen Kindergarten: "Die evangelischen Kinder fühlen sich hier schon immer wohl." Auf die siebenjährige Planungs- und Bauzeit blickte Kirchenpfleger Anton Murr zurück. Nicht nur die Herausforderungen des Geländes, auch Vorgaben höherer Stellen hätten diese Zeit zum "steinigen Weg" gemacht. Nicht unerwähnt ließ Murr, dass der Stadtrat sein Ja schon 2007 gegeben habe - mehrere Monate vor der Bekanntmachung der Staatsregierung über ein passendes Förderprogramm.

"Mehr Lebensqualität" verspreche die Krippe, urteilte zweiter Bürgermeister Max Schwärzer. Die wachsende Zahl der Doppelverdiener und der Alleinerziehenden erfordere mehr Angebote: "Die Gesellschaft ist in der Pflicht, Eltern zu unterstützen." In seinen Dank schloss Schwärzer den früheren Stadtpfarrer Ludwig Bock ein, dem der Kindergarten stets am Herzen gelegen habe und in dessen Zeit eine erste Erweiterung sowie eine Generalsanierung fielen.
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