"Nichts im Geldtopf"

Die Aussichten auf eine Förderung des Bezirks Oberpfalz für die Innenrestaurierung der Mockersdorfer Dorfkirche St. Michael sind gering. Mit dieser Botschaft kamen Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (Mitte), Bezirksrat Toni Dutz (Zweiter von links) und Bezirksheimatpfleger Dr. Thomas Appl (links) zum Gespräch mit Pfarrer Sven Grillmeier (Zweiter von rechts) und Neustadts Bürgermeister Wolfgang Haberberger (rechts) nach Mockersdorf. Bild: do
Es war eher eine Geste des guten Willens. Eine finanzielle Beteiligung des Bezirks Oberpfalz zur Sanierung der Pfarrkirche St. Michael konntenVizepräsident Lothar Höher und Bezirksrat Toni Dutz nicht geben.

(do) "Für Pfarrkirchen hama nichts im Geldtopf", bedauerten die beiden Bezirksräte, um dann doch noch auf einen kleinen Hoffnungsschimmer hinzuweisen: "Da müsste bei den Renovierungsarbeiten schon Außergewöhnliches entdeckt werden." Lothar Höher und Toni Dutz denken dabei an Historisches und auch Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl nickte zustimmend: "Das wäre ein Ansatz."

Diesen "Ansatz" sahen die Vertreter des Bezirks Oberpfalz beim Blick auf die "fürstliche" Gruft am Rand des kirchlichen Friedhofs. Versehen mit einem Familienwappen und der Jahreszahl 1855, diente das imposante Grabmal schon einmal als Leichenhaus, wusste Bürgermeister Wolfgang Haberberger. Für den Speichersdorfer Ortspfarrer Sven Grillmeier mit Blick auf die bevorstehenden Investitionen in die Dorfkirche ein nachrangiges Projekt. Die ganze Aufmerksamkeit des auch für die Pfarrgemeinde Mockersdorf zuständigen katholischen Seelsorgers von Speichersdorf gilt der umfangreichen Restaurierung der Raumschale des Gotteshauses.

Reinigung und neue Farbgebung des Innenraumes, Absenkung des Altarraumes, ein neuer Volksaltar, Restaurierung der Sakristei, der Beicht-stühle, der Kirchenbänke und des Chorgestühls, das kostet. Und auch ein zweiter Ausgang als Fluchtweg gehört zum Sanierungsplan. Es soll ein weiteres Hauptportal entstehen, das eine bessere Belüftung gewährleistet, erläuterte Sven Grillmeier. Da bleibt für Überlegungen zum Erhalt einer privaten Gruft kein Raum - und überhaupt: Seit Jahren wird nach dem Eigentümer gesucht, ergänzte der Kirchenmann. Der Ortsgeistliche nannte eine Kostenschätzung von circa einer Million Euro.

Da wäre für Sven Grillmeier und die Mockersdorfer jeder Euro willkommen, der für eine finanzielle Entlastung der Kirchengemeinde sorgen könnte. Die "Urpfarrei" Mockersdorf hat weiteren Handlungsbedarf für ihre Besitztümer aus glanzvollerer Vergangenheit. Ein großer Pfarrhof und ein riesiges marodes aber sanierungsfähiges Zehentgebäude rahmen einen Freisitz zum Wohlfühlen ein und gaben bei den Besuchern aus Politik und Heimatpflege Anlass zum Schwärmen. An guten Ratschlägen fehlte es dabei nicht.
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