Nichts Schlechtes ohne Gutes

Wer hat Angst vorm großen Wolf? Bei den gegnerischen Abwehrspielern ist der 2,04-Meter-Mann Andreas Wolf (rechts) vom SV 08 Auerbach auf alle Fälle gefürchtet. Bild: Ziegler

Aus dem Nordosten nach Süden: Im bayerischen Derby der 3. Handball-Liga Ost bekommt es der SV 08 Auerbach mit der Überraschungsmannschaft der Saison zu tun. Ein Duell, das es um ein Haar gar nicht gegeben hätte.

Der TuS Fürstenfeldbruck stand bereits als Absteiger in die Bayernliga fest, blieb nach dem Aufstiegsverzicht der beiden niedersächsischen Vereine HSG Nienburg und MTV Vorsfelde jedoch in der 3. Liga. Einziger Wermutstropfen für die Südbayern: Sie wurden in die für sie entfernungstechnisch deutlich ungünstigere Ost-Staffel umgruppiert. Dort treffen sie nun am Samstag, 24. Oktober, auf den SV 08 Auerbach. Anwurf in der Wittelsbacher-Halle ist um 19.30 Uhr.

Ohne Top-Talente

Trotz des glücklichen Klassenerhalts musste TuS-Trainer Martin Wild (36) einige Abgänge verkraften. So heuerten wegen der lange Zeit ungeklärten Situation Kreisläufer Markus Dangers und Torjäger Johannes Stumpf beim HBW Balingen-Weilstetten an. Falk Kolodziej wechselte nach Bad Neustadt. Mit diesem Trio, alle drei Spieler sind gerade einmal 21 Jahre alt, verlor Wild mit einem Mal seine wohl talentiertesten Akteure, die zudem ausschließlich Schlüsselpositionen besetzt hatten. Zudem beendeten Abwehrchef Andi Krauß und Rechtsaußen Korbinian Sparn berufsbedingt endgültig ihre Karrieren. Doch wie so oft erwies sich die alte Weisheit "nichts Schlechtes ohne etwas Gutes" auch hier als wahr: Spielmacher Tizian Maier (19) kam von Absteiger TSV Friedberg zurück zu seinem Heimatverein, zudem wurden mit Philip Ball und Sebastian Scovenna (29) zwei starke und schnelle Linksaußen geholt und einige junge Nachwuchsspieler integriert.

"Fürstenfeldbruck spielt einen ähnlichen Handball wie wir", sagt Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher. "Sie bevorzugen eine extrem offensive 3-2-1-Deckung und agieren häufig über schnelle Gegenstöße." Neben dem schnellen Konterspiel beherrschen die "Panther" inzwischen auch sehr gut das Positionsspiel, die Aktion aus dem Rückraum und die Interaktion mit dem Kreisläufer. Außerdem ist das Team inzwischen sehr gut eingespielt und die Automatismen scheinen zu greifen.

Schwarze Serie

Trotz all der Euphorie - der Zuschauerschnitt stieg von 500 auf 800 - und des überraschend guten Abschneidens (Platz drei) bleibt für den Realisten Martin Wild der Klassenerhalt das Ziel. "Alleine aus unserer wirtschaftlichen Situation heraus - der TuS hat muss seit längerer Zeit ohne zahlungskräftigen Hauptsponsor auskommen - kann es für uns kein anderes geben." Dennoch sieht Wannenmacher den TuS eindeutig als Favorit. "Wir haben uns gegen Fürstenfeldbruck nicht nur immer sehr schwer getan, sondern waren jedes Mal deutlich unterlegen." Allerdings reisen er und sein Team nicht ohne Hoffnungen an. "Es heißt ja immer, dass jede Serie irgendwann einmal reißen muss. Warum also nicht an diesem Wochenende?"

SV 08 Auerbach: Tor: Bayerschmidt, Goebel. Feld: Tannenberger, Weiss, Neuß, Lux, Laugner, Wannenmacher, Herold, Büttner, Schramm, Müller, Wolf, Schöttner.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.