Niederlage schnell abhaken

Abwehrspieler Johannes Kohl war nach der 1:4-Niederlage gegen den SSV Jahn Regensburg II nicht der einzige Weidener Akteur, der frustriert vom Platz ging. Bild: A. Schwarzmeier

Erste Saisonheimniederlage, zwei Verletzte, kaum Unterstützung von den Rängen - die 1:4-Heimpleite der SpVgg SV Weiden am Freitagabend gegen den SSV Jahn Regensburg II hatte gleich mehrere negative Begleiterscheinungen. Den einzigen Trost spendet der Blick auf die Bayernliga-Tabelle.

Weiden. (lst) In der rechten Hand die Krücken, mit der linken sich am Geländer festhaltend und der linke Knöchel mit einer Aircast-Schiene stabilisiert - das Bild, das Andreas Wendl, Verteidiger des Fußball-Bayernligisten SpVgg SV Weiden, nach dem 1:4 (1:1) auf der Treppe des Funktionsgebäudes im Sparda-Bank-Stadion abgab, passte zum Auftritt der Gastgeber im Spitzenspiel gegen den Tabellenvierten SSV Jahn II.

Es sind beeindruckende Serien gewesen, die am Freitag für die Weidener aus verschiedenen Gründen zu Ende gegangen sind. In den davor ausgetragenen acht Heimspielen gingen sie sechsmal als Sieger vom Platz, zweimal gab es ein Unentschieden. Zudem waren sie seit der 0:1-Niederlage beim Würzburger FV am 30. August achtmal in Folge ungeschlagen geblieben. "Doch jede Serie muss einmal enden", sagte nach dem Schlusspfiff Sportlicher Leiter Thomas Binner, der sich mit dem Team dennoch weiterhin über die Tabellenführung freuen konnte.

Diese Freude hielt sich jedoch angesichts der vielen unglücklichen Begleitumstände in Grenzen. Stürmer Ralph Egeter fehlte nach seiner Rot-Sperre aus dem Spiel gegen Bayern Hof an allen Ecken und Enden, zwei weitere Partien ist er noch zum Zuschauen verurteilt. Viel schwerer wiegen jedoch die Verletzungen von Johannes Scherm (Oberschenkelzerrung) und von Wendl, bei dem zunächst Verdacht auf Knöchelbruch bestand. "Gebrochen ist nichts, aber sämtliche Bänder gerissen", berichtete der Abwehrspieler nach einer Untersuchung im Weidener Klinikum. Er wird definitiv bis zur Winterpause nicht mehr in Geschehen eingreifen können. Die zwei Verletzungen waren für Trainer Christian Stadler mit der Hauptgrund, warum gegen einen technisch und taktisch starken Tabellenvierten aus Regensburg verloren wurde. "Wir konnten die beiden Ausfälle nicht kompensieren."

Nach der Führung der SpVgg SV durch Thomas Schneiders sicher verwandelten Foulelfmeter (32.), zuvor war Wendl von Benjamin Karg knapp im Strafraum von den Beinen geholt worden, leistete sich die Defensive der Gastgeber beim 1:1 durch Benedikt Schmid (36.) eine kollektive Auszeit und ließ den Regensburger ungehindert gewähren. "Hätten wir die komplette Abwehr zu diesem Zeitpunkt noch zur Verfügung gehabt, wäre das 1:1 nicht gefallen", war sich Stadler sicher. Mit diesem Remis retteten sich die Gastgeber in die Halbzeit. Die Partie hatte wegen eines Autounfalls von Friedrich Lieder und Johannes Kohl, bei dem glücklicherweise niemand verletzt worden war, eine viertel Stunde später begonnen.

Nach der Pause bauten die Platzherren immer mehr ab und fanden gegen die SSV-Akteure überhaupt keine Mittel mehr. "Nach dem 1:2 durch Schmid wurde unsere ohnehin schon vorhandene Unsicherheit immer größer. Was folgte, war eine Demonstration der Regensburger", fasste Stadler den zweiten Durchgang zusammen. Die Treffer von erneut Schmid (61.) und Tayfun Arkadas (72.) seien nur die logische Konsequenz gewesen.

"Abhaken und weitermachen", sagte dann auch SpVgg-SV-Verteidiger Wendl. "Wir werden nicht aufgeben und versuchen, bis zur Winterpause vorne dran zu bleiben", ergänzte der Weidener Coach, der zudem über geringen Zuschauerzuspruch und das Verhalten des Publikums angesäuert war. "Wir haben offenbar ein reines Erfolgspublikum. Gegen den Jahn hätten wir die Unterstützung von den Rängen gebraucht, außer Kritik kam jedoch gar nichts", so Stadler.

Der richtete den Blick dann aber schon wieder nach vorne, auf die anstehenden Spiele in Memmelsdorf, zuhause gegen Eltersdorf und abschließend dieses Jahr in Neudrossenfeld - von der Papierform her sicherlich alle machbar. Aber: "Ich hoffe, dass wir der bislang langen und anstrengenden Saison nicht noch Tribut zollen müssen." Sein Team habe nicht diese Breite im Kader wie die Konkurrenz. Schon alleine deswegen würden die Verletzungen und die Sperre schmerzen. Wohl wahr, wie das Beispiel Andreas Wendl zeigte.
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