Nikolaus und Osterhase suchen Arbeit

Der Osterhase, der Nikolaus, Knecht Rupprecht und das Christkind bangen um ihre Jobs - auch sie bekommen den demografischen Wandel zu spüren. Bilder: rgr (2)

Eigentlich gibt es das "Stadtgespräch" sonst nur auf der Jugendheim-Bühne an Fasching. Zur Einweihung der Naturbühne am Schönberg war es in musikalischer Form von Johanna Rubenbauer mit ihrer Drehleier zu hören.

Grafenwöhr. (rgr) "Sandsteinbruch, Sandsteinbruch renoviert, schej is worn, schej is worn, garantiert; vüll Geld houds kost, dass nix rost, d'Luisenburg ejz ganz erblasst ...", meinte Johanna Rubenbauer: Auch wenn sie Stadträtin wäre, würde ein Rathaus genügen - "ob in da Stadt oder drass, des is a teira Spass".

In Dialektform sang sie unter anderem auch über die Stadtratswahl mit den "seltsamen Stimmzetteln", den Annamarkt, den Doktormangel, Fliegerlärm und den fehlenden Kreisverkehr. Viel zu lachen hatten die Zuhörer auch, als Rubenbauer über den ehemaligen Stadtpfarrer Hans Bayer, der nun in Gößenreuth seinen Ruhestand verbringt, ein Lied zum Besten gab: "Die Gessareitha hom an Stress, mejn ejtz allweil jedn Doch zur Mess ..." Nicht nur die Gäste lachten bei der Einweihungsfeier herzhaft - auch der Ruhestandspfarrer selbst.

"Ist denn jetzt scho Weihnachten?", fragte sich wohl so mancher, als Nikolaus, Knecht Rupprecht und das Christkind auf der Bühne standen. Aber der Rückgang der Geburtenzahlen war der Grund dafür, dass sie sogar bei der Bundesagentur für Arbeit auftauchten. Der Nikolaus muss nicht nur für sich, sondern auch für seinen Knecht einen neuen Job finden.

Bevor Frau Müller, die sächsische Arbeitsvermittlerin (Karin Steuber), von ihrer Pause zum Schreibtisch zurückkommt, klagen sich die Jobsuchenden gegenseitig ihr Leid. Auf die Frage des Nikolauses (Stephan Wolf), warum es nur Singles gebe, die keine Kinder wollten, meint das Christkind (Christine Wiesend): "Weil kein Mensch mehr auf etwas verzichten möchte." Zweimal pro Jahr in Urlaub fahren sei das mindeste. Sie selber habe schon vor fünf Jahren die Firma zusperren müssen. Die Kinder wollen doch nur noch "Eifon mit Äpps".

Auch der Knecht (Tobias Wolf) meint: "Wir ersteigern seit Jahren den neumodischen Kram auf ,Ebay'". Als Frau Müller erscheint, meint sie: "Das war gestern wohl ein Bier zu viel!" Noch schlimmer wird's für sie, als auch noch der Osterhase (Gabi Krauß) herein hoppelt. Die Arbeitsvermittlerin ist wirklich nicht zu beneiden, denn sämtliche Vorschläge sind nicht passend. Schließlich kann der Knecht wegen seines Rückenleidens nicht Spargel stechen. Außerdem ist er mit seinen 1682 Jahren viel zu alt, genauso, wie die anderen und werden als nicht mehr vermittelbar eingestuft ...

Sowohl der Sketch als auch die Texte, die Johanna Rubenbauer gesungen hat, stammen - wie könnte es auch anders sein - von Wolfgang Bräutigam.
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