Notfalls mit den Händen

"Viele Einheimische denken sich: Die Asylbewerber sprechen meine Sprache nicht - wie soll ich auf sie zugehen?" Sozialbetreuerin Gudrun Raab weiß um die Berührungsängste. Tatsächlich aber bestehe dazu nach ihrer Erfahrung kein Anlass, wenn guter Willen da ist: "Ich spreche zwei Sätze Arabisch und einen Satz Russisch, aber ich habe zwei Hände und komme klar."

Damit sich die Sprachbarriere vor allem bei jungen Flüchtlingen öffnet, hoffe sie auf Paten für schulpflichtige Kinder, um ihnen beim Deutschlernen und bei den Hausaufgaben zu helfen. Willkommen seien auch Sachspenden wie Kleidung oder Fahrräder. Ein großer Schritt wäre ein "Helferstammtisch Asylbewerber", wie es ihn in anderen Kommunen gibt. "Es gibt ja nur die Alternative: miteinander oder gegeneinander. Und wenn jeder nur ein bisschen anpackt, kann das Verhältnis zwischen Einheimischen und Flüchtlingen eine 'runde Sache' werden", schloss Gudrun Raab.

Bürgermeister Werner Walberer sagte ihr die Unterstützung der Stadt zu und zeigte sich überzeugt, dass man auf Toleranz, Verständnis und Hilfsbereitschaft der Pressather zählen dürfe: "Auch bisher haben wir damit keine schlechten Erfahrungen gemacht."

Nicht unerwähnt ließ Gudrun Raab ein Hilfsangebot der Post, die zurzeit über eine Hilfsaktion Mitarbeiter für gemeinnützige Aufgaben abstelle: "Für die Einrichtung der Kleiderkammer kann ich voraussichtlich auf drei 'Starthelfer' rechnen. Langfristig geht es aber nicht ohne Unterstützung aus unserer Bevölkerung." Wer helfen will, kann sich unter Telefon 0 96 44 / 10 02 an Gudrun Raab wenden. (bjp)
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