Noutnigl und Mausbolgschinder

"Du bist a Saubär!" Wütend beschimpfte die Diriglbäuerin den unverschämten Futtermittelhändler Toni Fröttmaninger beim Charity-Abend des Rotary Clubs Weiden im Schafferhof.

Toni Fröttmaninger (Berthold Kellner) hatte sich anstands- und pietätslos im Haus breit gemacht, um das Geld einzutreiben, das er dem vor sieben Monaten verstorbenen Bauern geliehen hatte. Ohne Rücksicht auf die Gefühle der trauernden Witwe (Susanne Piller) beleidigt er sie nicht nur grob und ungehobelt, sondern kommandiert auch noch die treue Magd Genovev (Anita Bösl) herum.

Die armen Frauen

Dazu schimpft er über "de Weiwa", die er angeblich gut kenne. "40 hob i ghabt, 20 hob i davo ghaut, 20 san sölba ganga". Köstlich sind die alten Oberpfälzer Ausdrücke, wenn der Fröttmaninger über seine Schuldner herzieht: "Döi Noutnigl und Mausbolgschinder!"

Aber er treibt seine Unverschämtheiten auf die Spitze, bis die Witwe sich hasserfüllt mit ihm duellieren will. Im Angesicht der Pistole und der zornigen Augen der Diriglbäuerin passiert es. Wie vom Blitz getroffen verliebt sich der Fröttmaninger in die Frau, was diese nicht glauben kann. "40 Weiber hob i ghabt, und koine hat mi so daloiblt wöi du", stammelt der vom Blitz Getroffene in schönster Mundart. Statt eines Schusses gibt es den erlösenden Kuss.

Das Publikum klatschte stürmisch Beifall für die schauspielerische Leistung der drei Mitglieder des Basalttheaters Parkstein. Autor Gerhard Loew hat für dieses Stück die Groteske "Der Bär" von Anton Tschechow ins Bayerische übertragen und einen "Saubär" daraus gemacht.

Patenprojekte

"Helfen, wo Hilfe gebraucht wird", diese Prämisse hat sich der Rotary Club Weiden-Max Reger, auf die Fahnen geschrieben. Geplant war die Veranstaltung schon im Frühjahr unter der damals noch amtierenden Präsidentin Dr. Christa Kraemer. Ihr Nachfolger Peter Steinsdörfer bestand deshalb darauf, dass die Vorgängerin den Abend leitet. Der Erlös kommt in den großen Topf, aus dem der Rotary Club soziale Projekte fördert. Dazu gehören Aktivitäten für das Patenprojekt an der Albert-Schweitzer-Schule mit Erlebnispädagogik und Übertrittsförderung für Dritt- und Viertklässler. Beim Leseprojekt wollen die Rotarier Interesse für Bücher wecken und den Sprachgebrauch auch bei den vielen Emigrantenkindern fördern.
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