Nummer acht: Toni Scheubeck ergänzt Etsdorfs Kreuzweg
Ganz ohne Nägel

Eigentlich ist er Steinbildhauer. Doch für den Kreuzweg zur Asphaltkapelle ist der Künstler Toni Scheubeck aus Arnschwang im Bayerischen Wald fremdgegangen - und hat eine ganz besondere Skulptur aus Eichenholz gefertigt.

Sein "Kreuz ohne Nägel" ist das achte in der Reihe dieser außergewöhnlichen, wachsenden Kunstsammlung am Wegesrand und wurde gestern anlässlich des Asphaltkapellen-Festes eingeweiht. Und auch ein bisschen eingeweicht - das nass-kalte Wetter verbannte die folgende weltliche Feier samt Musik ins Tempelmuseum.

Gut besucht war sie trotzdem. Und selbst den Weg hinauf zur Kapelle, zu einer Andacht mit der evangelischen Pfarrerin Heidi Gentzwein aus Schwarzenfeld, scheuten einige Freunde des ungewöhnlichen Kirchleins trotz des Schmuddelwetters nicht. Es war eine kniffelige Aufgabe, die Künstler Scheubeck sich selbst und der Schreinerei Schönberger aus Rottendorf gestellt hatte, die das Kunstwerk gespendet hat: Das Kreuz ist aus acht speziell gefrästen Teilen so zusammengesetzt, dass diese ganz ohne Nägel oder sonstige Fixierung fest verbunden sind.

"Die Idee dazu kommt eigentlich aus einer nichtchristlichen Kultur", verriet Scheubeck. Fasziniert vom chinesischen Philosophen Laotse habe er hier dessen Weisheit umgesetzt, wonach eine gute Verbindung auch ohne Knoten und Nägel halte.

"Das kann man natürlich auch auf das christliche Symbol des Kreuzes anwenden" und dafür, dass eine Gemeinde zusammenhalte, obwohl sie aus vielen individuellen Teilen bestehe. "Ich sehe darin auch eine Möglichkeit, das Dramatische des christlichen Kreuzes zu relativieren" - ganz ohne Blut und Nägel.
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