Nur 27 Stimmen mehr

Großer Jubel bei der CSU: Ihr Kandidat Thomas Meiler - rechts Ehefrau Marlies - ist der Sieger der Bürgermeisterwahl in Flossenbürg. Im Hintergrund (Mitte) freut sich auch Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Andreas Meier über den Erfolg. Bild: Schönberger

Beide Bewerber rechneten mit einem Kopf-an-Rennen, und sie behielten recht. Schließlich gaben bei der Bürgermeisterwahl im "roten" Flossenbürg 27 Stimmen den Ausschlag für die CSU. Thomas Meiler ist neuer Chef im Rathaus.

Flossenbürg. (ms) Sonntag, kurz vor 18 Uhr. Man hat den Eindruck das ganze Dorf ist auf den Beinen. Im Nu füllt sich das Rathausfoyer, vor dem Verwaltungsgebäude drängen sich die Leute. Schließlich mögen es um die 200 Personen gewesen sein, darunter erfreulich viele Jugendliche. Die Nervosität in beiden Lagern steigt. Alle Augen richten sich auf die große Leinwand.

Blumen von der Ehefrau

Um 18.35 Uhr leuchtet schließlich das Ergebnis auf. Aber man muss schon zweimal hinschauen: Der schwarze und der rote Balken sind nahezu gleich groß. Aber schnell brandet lauter Jubel bei der CSU auf. Die Mitglieder und Sympathisanten umringen Meiler, klopfen ihm auf die Schulter. Der 46-jährige Polizeibeamte muss viele Hände schütteln. Ehefrau Marlies schenkt ihm Blumen.

Einer der ersten Gratulanten ist Landrat Andreas Meier. Der CSU-Kreisvorsitzende strahlt beinahe mehr als der Sieger. "Meiler hat heute den Lohn für seine hervorragende Arbeit in den vergangenen Monaten bekommen. Er hat auch unangenehme Dinge wie das Kommunalunternehmen auf das richtige Gleis gebracht." Jetzt könne er mit Schwung seine vielen Ideen umsetzen.

Beide Bewerber rechneten mit einem Kopf-an-Rennen, und sie behielten recht. Schließlich gaben bei der Bürgermeisterwahl im "roten" Flossenbürg 27 Stimmen den Ausschlag für die CSU. Thomas Meiler ist neuer Chef im Rathaus. Bilder von Walter Beyerlein und Gabi Schönberger.


Mit dem Wahlausgang zufrieden ist auch Birgit Neumann. Die Chefin der Freien Wähler im Gemeinderat sieht das genauso wie der Landrat: Meiler sei kompetent und habe seit der Erkrankung von Bürgermeister Johann Kick (SPD) vieles zustandegebracht. Der CSU-Mann habe ihre Unterstützung: "Das ist unser Bürgermeister."

Der Verlierer dagegen ist enttäuscht. Peter Gruber - seine Lebensgefährtin Manuela Schaber weicht ihm nicht von der Seite - hatte gehofft, dass es für ihn ganz knapp reichen könnte. Bei seinen 400 Hausbesuchen habe er viel Zustimmung erfahren. Außerdem setzte der 55-jährige Wirt von "Murphys Pilsstube" auf die SPD. Flossenbürg sei schließlich mit über 100 Mitgliedern einer der größten Ortsvereine im Landkreis und schon immer rot. Der Unterlegene gratulierte dem neuen Rathauschef fair.

Beide in gleicher Schicht

Ein überglücklicher Meiler freute sich, dass die SPD-Mehrheit jetzt nach 13 Jahren gebrochen worden sei. Er bot den Sozialdemokraten gute Zusammenarbeit an. Schließlich gelte es, das Schiff Flossenbürg in eine gute Zukunft zu steuern. Besonders freute sich der zweifache Familienvater, dass sein Kollege Ernst Lenk aus Schirmitz gekommen war. Beide gehören bei der Polizeiinspektion Weiden der gleichen Schicht an, und beide Polizisten sind nun ehrenamtliche Bürgermeister.

Das im Sommer zurückgetretene Gemeindeoberhaupt Johann Kick war nicht da. Er befindet sich auf Reha.
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