Nur ein Star beim FC Amberg

Timo Rost kann mehr als zufrieden sein. Seine Amberger Jungs sind auf dem besten Weg, den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern zu schaffen. Die Vorrunden-Bilanz auf jeden Fall liest sich bestens. Bild: Buchholz

Sie fürchten sich sogar vor den Bayern nicht: Mit dem Remis bei der "Zweiten" des deutschen Rekordmeisters schloss der FC Amberg die Regionalliga-Vorrunde stark ab. Abheben wird deshalb keiner.

Amberg. (lst) Das überraschende 2:2 beim Titelaspiranten FC Bayern München II ist für den Fußball-Regionalligisten FC Amberg der krönende Abschluss der erfolgreichen Vorrunde gewesen. 22 Punkte und der damit verbundene neunte Tabellenplatz stehen für die Elf von Trainer Timo Rost, die damit bester Aufsteiger ist, nach 17 Partien zu Buche - ein erster wichtiger Schritt zum Klassenerhalt. Im Bilanz-Interview gibt der 37-Jährige einen Einblick in den bisherigen Verlauf dieser Spielzeit.

Herr Rost, wie würden Sie das bisherige Abschneiden ihrer Mannschaft in dieser Saison kurz umschreiben?

Rost: Ich bin natürlich sehr zufrieden mit der Leistung, die meine Mannschaft bislang gezeigt hat. Als Aufsteiger ist es nicht selbstverständlich, zu diesem Zeitpunkt schon 22 Zähler geholt zu haben. Und das mit einem offensiven Stil, den nicht jeder erwartet hat, und den wir gegenüber der Bayernliga nicht verändert haben. Meine Jungs haben den sehr gut umgesetzt. Zumal man nicht vergessen darf, dass all unsere Spieler nebenbei noch arbeiten und wir bei weitem nicht so einen intensive Trainingsintensität wie viele andere Regionalliga-Vereine vorweisen können. Manche Klubs trainieren nämlich sieben Mal pro Woche.

Worin sehen Sie die Gründe für den wider Erwarten doch sehr positiven Verlauf der Hinrunde? Warum blieb der von vielen befürchtete Einbruch nach der kurzen Sommerpause bislang aus?

Rost: Dass dies nicht der Fall war, lag sicherlich daran, dass wir im Funktionsteam trotz der Pause von lediglich zehn Tagen die Trainingsintensität so gesteuert haben, dass die Jungs zu den Spielen fit waren. Das klappt aber auch nur, wenn man Spieler hat, die da voll mitziehen. Unsere Jungs sind einfach klar im Kopf und leben für den Sport. Wir besitzen einen verschworenen Haufen, den wir nach dem Aufstieg auch bewusst nicht großartig veränderten. Wir haben einen kleinen, aber qualitativ hochwertigen, Kader, in dem jeder Akteur von Position 1 bis 20 gleich wichtig ist. Bei uns ist die Mannschaft der Star und nicht individuelle Einzelkönner. Wir müssen vieles übers Team wettmachen.

Was sind die großen Unterschiede zwischen Bayern- und Regionalliga?

Rost: Da sind wir im bisherigen Saisonverlauf vier Punkte aufgefallen: In der Regionalliga ist die individuelle Klasse der einzelnen Spieler weitaus höher, ebenso das Spieltempo. Zudem sind die Mannschaften, vor allem die Reserve-Teams der Bundesligisten, taktisch und technisch ungemein gut geschult. Nicht zuletzt werden in der Regionalliga die eigenen Fehler konsequent von den Gegnern bestraft, jede Schwäche wird sofort ausgenutzt.

Was waren Ihre persönlichen Highlights der Vorrunde?

Rost: Da gibt es einige. Sicherlich gehört das erste Regionalliga-Spiel zu Hause gegen den FC Memmingen dazu, das wir 4:1 gewonnen haben. Dann waren natürlich die Matches gegen die Bundesliga-Vertretungen dabei, absolute Highlight-Partien für uns. Nicht zu vergessen natürlich die zwei Spiele gegen den SSV Jahn Regensburg, in der Liga und im Pokal.

Wenn es die überhaupt gab: Was waren die negativen - die Auswärtsschwäche beispielsweise?

Rost: Es ist klar, dass wir uns in allen Bereichen noch verbessern und entwickeln müssen, und glücklicherweise auch können. Denn es ist noch viel Luft nach oben. Zur angesprochenen Auswärtsschwäche: Mir ist es völlig egal, wo wir unsere Punkte holen. Ob zu Hause oder auswärts - entscheidend ist, dass meine Spieler einen klaren Plan haben und unsere Spielphilosophie umsetzen. Und das haben sie getan. Wir brauchen noch einige Punkte zum Klassenerhalt.

Wohin geht der Weg des FC Amberg, was trauen Sie dem Team noch zu?

Rost: Trotz des bisherigen guten Abschneidens ist und bleibt der Klassenerhalt für uns das primäre Ziel. Den traue ich meiner Elf ohne Weiteres zu. Es muss uns aber klar sein, dass wir bis zum Schluss jedes Spiel so angehen müssen, als ob es ein Endspiel wäre.
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