Nur Etikett winterhart

Hintergründig, mit viel Witz, aber auch äußerst kritisch sprach Kreisfachberater Artur Wiesmet zum Thema "Wintervorbereitungen im Garten". Bild: sön

Mancher Zeitgenosse regt sich schon darüber auf, wenn nur ein einziges Blättchen auf dem Boden liegt. Dabei braucht die Natur das ganz dringend. Gartenfachberater Artur Wiesmet klärt auf.

(sön) Hintergründig, mit viel Witz, aber auch äußerst kritisch sprach Wismeth im Anschluss an die Mitgliederehrungen des Obst- und Gartenbauvereins zum Thema "Wintervorbereitungen im Garten". Mit vielen Bildern untermalte er im Gasthaus "Zum Ochsenwirt" seinen Vortrag. "Der Herbst geht seinem Ende entgegen, noch hängt Laub an den Bäumen, aber manche regen sich schon über ein Blatt auf dem Boden auf - da gibt es doch Schlimmeres."

Wegen drei Blättern komme oft schon die Kehrmaschine in Schwung: "Das ist doch Maschinenwahn." Dabei sei das Laub gut für die Regenwürmer. "Denn von etwas muss so ein Arbeiter doch leben und ohne ihn ist der Boden im Frühjahr steinhart." Wichtig finde er es auch, Überwinterungsplätze für Igel zu schaffen. "Der braucht nicht einmal einen Quadratmeter und die Schnecken soll er ja auch fressen." Zur Frage, was derzeit noch gepflanzt werden könne, sagte der Gartenfachberater, dass jetzt die richtige Zeit für Gehölze sei, wenn die Gartencenter die Preise runter setzen. Das gehe bis zum Ende des Jahres. Die Pflanzzeit für Blumen sei das Frühjahr, aber Tulpen zu pflanzen ginge noch, für Narzissen sei es zu spät.

Die Pflanztiefe sei zu beachten und er riet: "Immer doppelt so tief, wie auf der Packung steht - oft stimmt das Etikett nicht." Bei vielen exotischen Gräsern ("Was soll ein Pampa-Gras bei uns, das gehört in die Pampa nach Brasilien") stehe auf dem Etikett "winterhart". Da sei in Wahrheit vielleicht das Etikett winterhart, das Gras und andere Exoten müssten aber eingepackt werden. "Und dann sieht der Garten im Winter entsprechend aus." Was er sogleich an Bildern demonstrierte.

Er werde jedenfalls in seinem Garten nichts einpacken, denn wenn die Pflanze den Winter nicht aushalte, "dann war es die falsche - mich ärgert so eine nicht mehr". Und er riet, in die Gärten der Nachbarn zu schauen, was da gut wachse. Zum Umstechen im Herbst merkte Wiesmeth an: "Wer sonst nichts zu tun hat, der soll halt."

Sein Motto sei: "Die Arbeit soll man meiden wie der Teufel das Weihwasser - vor allem im Garten." Auch gehöre Kompost nicht im Herbst ausgebreitet, weil sonst der Stickstoff ausgewaschen werde.

Da er sich von einer Pflanze nicht dazu zwingen lasse, wie er sein Leben zu verbringen habe, seien für ihn Blumen dann gut, "wenn ich nach dem Pflanzen keine Arbeit mit ihr habe und sie nach 30 Jahren noch schöner blüht".
Weitere Beiträge zu den Themen: Vilshofen (555)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.