Nur Handvoll Kinder

Stefan Brändl steht vor einem Rätsel. Der Jugendleiter der Falkenhorst-Schützen aus Grafenwöhr weiß, dass Nachwuchs den Fortbestand des Vereins sichern muss. Das Ziel liegt aber in weiter Ferne.

Im Hinblick auf die Jugendarbeit konnte Stefan Brändl bei der Jahreshauptversammlung der Schützengesellschaft Falkenhorst (wir berichteten) keine positive Bilanz ziehen.

"Es gelingt uns - beziehungsweise mir - nicht, Jugendliche oder Schüler für das Schießen zu begeistern. Wir haben zwar eine Handvoll Kinder, die gerne und regelmäßig zum Schießen da sind, aber die breite Maße fehlt", informierte der Jugendleiter. Es sei ihm schon bewusst, dass der schulische Druck und andere sportliche Aktivitäten viel Freizeit erfordern. Doch diese Anforderungen seien vor zehn oder 15 Jahren zu seiner Jugendzeit auch da gewesen.

"Mir fällt nichts mehr ein"

Brändl sieht das Problem darin, dass den Jugendlichen und Schülern heute nicht mehr bewusst sei, was Gemeinschaft und Kameradschaft in einem Verein bedeutet und dass die Mitglieder nicht nur zum Schießen kommen. "Mir fällt nichts mehr ein, was wir machen könnten, um die Schützengesellschaft wieder attraktiver zu gestalten. Unser Equipment haben wir ja schon erneuert. Mit den Gewehren und dem Lasergewehr zu schießen, macht Spaß. Das sind Top-Sportgeräte", ist sich Brändl sicher. Für Änderungsvorschläge oder Tipps, was den Jugendlichen gefallen könnte, sei er dankbar.

Der Jugendleiter bedankte sich bei allen, die den Verein unterstützen und immer ein offenes Ohr für die Belange der Jugendlichen haben. Er appellierte: "Es müssen alle mithelfen, denn ohne Jugend wird auf Dauer die Zukunft des Vereins nicht gesichert sein."

Nicht aufgeben

"Das Rückgrat vom Verein ist da. Ihr dürft nicht aufgeben", machte Bürgermeister Edgar Knobloch den Verantwortlichen Mut. Das Stadtoberhaupt bedankte sich bei dem bisherigen ersten Schützenmeister Norbert Winterstein und betonte: "Es liegt nicht an dir, dass der Verein nicht genügend junge Leute hat." Das Stadtoberhaupt sah den Negativ-Trend in der Überreizung der Jugend.

Weg von Computer und Handy würde zwar helfen, aber dies sei nicht machbar. "Leider hab ich auch kein Rezept dafür. Aber beim Sportschießen muss mit viel Konzentration an die Sache rangegangen werden, um ins Schwarze zu treffen", sagte Knobloch. "Die Tradition ist in Hütten auf jeden Fall vorhanden", meinte der Bürgermeister. Dem Vorstand wünschte er eine gute Hand.
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