Nur kurz mal weg

26 Beamte zählt die Kemnather Polizeiinspektion. Rund um die Uhr steht dort jemand den Bürgern zur Verfügung. Das bleibt weiterhin so, auch wenn es künftig passieren kann, dass das Dienstgebäude kurzfristig einmal nicht besetzt ist.

Kemnath. (luk) Ab dem heutigen Samstag kann Inspektionsleiter Bernhard Gleißner seine Kollegen bei einem Großereignis wie einem tödlichen Unfall flexibler und gezielter einsetzen. Soll heißen: "Wenn es brennt, können alle mit dem Polizeiauto ausrücken, um den Einsatzdienst zu entlasten."

Möglich macht das die inzwischen abgeschlossene Sanierung des Dienstgebäudes. Dabei sind unter anderem eine Einbruchsicherungsanlage samt entsprechender Türen und die notwendige Verkabelung für die bereits vorhandene Türsprechanlage eingebaut und verlegt worden. An dieser "läutet der Bürger wie gehabt", nur kann es nun sein, dass ihm niemand öffnet.

Weiter nach Regensburg

Sollte die Dienststelle "im Ausnahmefall" nicht besetzt sein, wird der Hilfe- oder Ratsuchende laut dem Ersten Polizeihauptkommissar automatisch mit einem Kollegen der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz in Regensburg verbunden - egal ob der Betroffene anruft oder an der Türe klingelt. In Regensburg säßen sowieso die richtigen Ansprechpartner, die die Streifen einsetzen und die "den Überblick" haben und die auf alle Eventualitäten reagieren könnten. "Der Bürger erreicht immer einen qualifizierten Polizisten", betont Gleißner. Er möchte zwar "gewisse Verzögerungen" bis Hilfe eintrifft nicht gänzlich ausschließen, es werde aber "nicht länger dauern, als wenn jemand aus einer anderen Gemeinde anruft".

Durch die dienstbetriebliche Änderung hätten seine Beamten durch zusätzliche Einsatzkräfte vor Ort andere Möglichkeiten, zu reagieren. Gleißner erwartet sich hier unter anderem Vorteile bei der Abarbeitung des Einsatzes und eine Verbesserung der Eigensicherung.

Von der Neuregelung werden die Bürger in der Regel gar nichts mitbekommen. Sie solle nur greifen, wenn es der Wachdienst erlaubt, also zu Zeiten, "wenn die Musik eher auf der Straße spielt". Gar nicht angedacht ist sie laut dem Inspektionsleiter unter Werktag, wenn unter anderem Vernehmungen anstehen oder verstärkt Verlustmeldungen und Anzeigen aufzunehmen sind. "Die Polizei in Kemnath bleibt weiter 24 Stunden am Tag ansprechbar und nimmt die Betreuung in ihrem örtlichen Zuständigkeitsbereich ohne Einschränkungen wahr", stellt er klar.

In vier Inspektionen

Nach diesem Modell arbeiten in der Oberpfalz laut Gleißner bereits die Polizeiinspektionen Auerbach, Oberviechtach sowie Neunburg vorm Wald. Ob es sich auch auf andere Standorte anwenden lässt, "muss jeder Dienststellenleiter selbst entscheiden", erklärt Gleißner. Er und seine Kollegen wollten "es jetzt mal probieren".
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